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Full text: Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild, Übersichtsband, 2. Abtheilung: Geschichtlicher Theil

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befruchtend in das Leben nberströmten, und wenn sich auch auf allen anderen geistigen 
Gebieten ein mächtiger Aufschwung offenbarte, so hat denselben die Kaiserin wenigstens 
mittelbar dadurch angeregt, daß der Glanz ihrer Regierung die Unterthanen mit jenem 
erhöhten Selbstgefühl erfüllte, das dem wissenschaftlichen und künstlerischen Schaffen die 
begeisternden Impulse gab. 
Mehr als alles Andere aber beschäftigte Maria Theresia, namentlich in den Friedens 
jahren nach 1748, die Sorge für die Vermehrung der Kriegsmacht. Denn während der 
beiden schlesischen Kriege waren die österreichischen Truppen in allen Schlachten an 
Bewaffnung, Übung und Führung denen des preußischen Königs nachgestanden. Maria 
Theresia sah sich wie auf allen anderen Gebieten auch auf diesem in ihren Bemühungen 
von tüchtigen Fachmännern unterstützt. Folgte sie in der Umgestaltung der inneren 
Verwaltung vorzüglich dem Rathe von Männern wie des Grafen Haugwitz, eines 
Schlesiers, in der des höheren Unterrichtes den Vorschlägen ihres Leibarztes, des Nieder 
länders van Swieten, sowie in jener der niederen Schulen jenen des Abtes Felbiger, des 
Urhebers der „saganischen Methode", so führten im Kriegswesen erprobte Generale die 
Reformen durch. So gründete Graf Lach das Pionniercorps und der Fürst Wenzel 
Liechtenstein machte die österreichische Artillerie zur besten der Welt. Vor Allem aber war 
Graf Daun in dieser Richtung thätig. Das sogenannte Daun'sche Reglement mit seinem 
Ziele, Gehorsam, Ordnung und Sittlichkeit zum Gemeinsinn des Heeres zu erheben, macht 
Epoche in der Geschichte der österreichischen Armee. Zu diesem Zwecke wurden auch 
die Militärakademie in Wiener-Neustadt und die Jngenieurakademie auf der Laimgrube 
errichtet. Maria Theresia selbst war bei den Truppen sehr beliebt. Denn sie zeichnete das 
Militär in jeder Weise aus, besuchte selbst die Lager und hielt Revuen ab. Auch in der 
Militärgrenze wurden wichtige Reformen eingeführt. „Durch diese Bemühungen", schreibt 
Friedrich der Große, ihr Gegner, „erreichte das Kriegswesen in diesem Lande eine Voll 
kommenheit, wie noch nie unter Kaisern des Hauses Österreich und eine Frau führte 
Entwürfe aus, die eines Mannes würdig wären." Und sein Gesandter in Wien, Baron 
Fürst, bemerkt: „Welcher andere Souverän würde binnen sieben Friedensjahren vermocht 
haben, die Dinge ans den Fuß herzustellen, wo wir sie gegenwärtig sehen. Bis in die 
spätesten Zeiten wird man anerkennen, daß Maria Theresia eine der größten Fürstinnen 
der Welt war. Das Haus Österreich hat ihres Gleichen nicht gehabt." 
Eigenthümliche und zum Theile noch unaufgehellte Wandlungen hatten die einzelnen 
Behörden durchgemacht; erst die theresianische Epoche läßt sie in bestimmteren Umrissen 
erscheinen und deutet zugleich die weitere Entwickelung derselben an. Dies ist insbesondere 
auch bezüglich der auswärtigen Angelegenheiten der Fall. Noch zu Beginn des XVIII. Jahr 
hunderts (1702) erscheinen als unter besonderen Chefs stehende Behörden nebeneinander
	        
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