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Full text: Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild, Übersichtsband, 2. Abtheilung: Geschichtlicher Theil

Bronzegürtelblech aus Watsch. 
bildet Untersteiermark das Durchzugsland 
für die nach Italien einfallenden Scharen 
und theilt auch das politische Schicksal 
Pannoniens. Noricum blieb Wohl nominell 
römisch bis in die Mitte des V. Jahr 
hunderts, allein die Centralgewalt reichte 
schon geraunie Zeit früher nicht mehr hin, 
die längs der Nord- und Westgrenze 
unaufhörlich vordringenden Alemannen, 
Heruler, Markomannen, Rugier u. s. w. 
abzuwehren. Odoaker besiegte wohl die 
Rugier 407, zog jedoch die isolirteu 
Garnisonen der Grenzfestungen und die 
romanische Civilbevölkerung aus User 
noricum zurück und beschränkte sich auf die 
Behauptung von Binnennoricum. 
Unter Theodorich fand die Auf 
nahme von Alemannen auf rhätischem 
Boden, wahrscheinlich in Vorarlberg statt. 
Die Bajuvareu besetzten gleichzeitig das 
nördliche Tirol und das Land westlich 
der Enns. Im ehemaligen Rugierlaud 
hausten auf kurze Zeit die Langobarden. 
Reste der Gothen will man in der Be 
völkerung der Meraner Gegend, des 
Ultner-, Passeier- und Sarnthales, jene 
der Langobarden in der Bevölkerung des 
Trentino erkennen, welche Auffassung 
freilich von Seite der beschreibenden 
Anthropologie vorläufig noch keine Be 
stätigung erhält. 
Bis zur Auflösung der militärischen 
Donaugrenze hatte der Romanismus in 
den Ländern südlich der Donau das Feld 
behauptet. Er war sogar, durch das Christeu- 
thum mit neuen Machtmitteln versehen,
	        
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