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Full text: Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild, Übersichtsband, 2. Abtheilung: Geschichtlicher Theil

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Unzulänglichkeit dieser Macht auf Österreich angewiesen war, letzteres zum Herrn der 
Lage werden und seine Politik im Rathe der Verbündeten den Ausschlag geben mußte. 
Bis dahin war die Politik Österreichs die einer uothgedrungeneu Neutralität gewesen, 
die bei dem Ausbruche des russischen Krieges einer ebenso uothgedrungeneu Allianz mit 
Napoleon hatte weichen müssen. Nun aber trat der Zeitpunkt ein, zu welchem Graf 
(später Fürst) Clemens Wenzel Lothar Metternich (geboren 1773 zu Koblenz), früher als 
Gesandter zu Dresden, Berlin und Paris thätig, wo er in der Schule Talleyrands und 
Fonches seine diplomatische Bildung vollendete, als Nachfolger Stadions zum ersten Male 
die Bühne der großen Politik betrat und jenen berühmten diplomatischen Feldzug eröffnete, 
der mit dem Amte der Friedensvermittlnng begann und mit dem Anschlüsse Österreichs 
an die Allianz wider Napoleon endete. Ob Metternich gleich anfangs zum Bruche mit 
Napoleon entschlossen gewesen und diese Absicht nur durch die scheinbare Friedens- 
Verwendung zu verschleiern gesucht, oder ob er zunächst doch noch auf die Gefügigkeit des 
Franzosenkaisers gerechnet habe und diese Hoffnung erst allmälig zunichte geworden sei, 
mag dahingestellt bleiben; sicher aber ist, daß die Parole des Weltfriedens, die er ausgab, 
bei der Unmöglichkeit, Napoleon für denselben zu gewinnen, nothwendig zur endlichen 
Theilnahme Österreichs am Weltkriege gegen denselben führen mußte. 
Es erfolgte zunächst der Rückzug des Armeecorps Schwarzenberg, eine Maßregel, 
die Napoleon als den „ersten Schritt des Abfalls Österreichs" insoferne nicht mit Unrecht 
bezeichnte, als das, was Schwarzenberg ans Befehl seines Kaisers that, mit dem ohne 
Befehl seines Königs erfolgten Abfalle Jorks nicht auf eine Linie zu stellen war. An die 
Stelle der Allianz mit Frankreich trat die Friedensverwendung, aber erst, als auch das 
zweite Stadium dieser Thätigkeit, die bewaffnete Intervention, bei Napoleons Hvchmnth 
und Trotz sich wirkungslos erwiesen, trat Österreich in den Reichenbacher Vertrügen der 
Coalition Englands, Rußlands und Preußens für den Fall bei, daß seine Friedens 
vorschläge bis zum Abend des 10. August 1813 von Napoleon nicht angenommen werden 
würden. Aber der Congreß zu Prag führte zu keinem Ziele, und als Metternich am 
11. August zur Kenntniß der von Napoleon angebotenen Zugeständnisse gelangte, war es 
bereits zu spät. „Österreich", konnte Metternich sagen, „ist jetzt kein Vermittler inehr 
zwischen den streitenden Theilen, es ist Verbündeter des einen derselben." 
Noch einmal lächelte bei Dresden Napoleon das Glück. Aber dieser Sieg wurde durch 
die Niederlagen ausgewogen, welche seine Marschälle bei Großbeeren, an der Katzbach, bei 
Kulm und Dennewitz erlitten und die Völkerschlacht bei Leipzig (16. bis 18. October 1813), 
welche unter den Augen der drei verbündeten Monarchen Rußlands, Österreichs und 
Preußens, die sich durch die Teplitzer Verträge noch enger geeinigt hatten, geschlagen wurde, 
entschied Deutschlands Befreiung von dem schweren Alp, der ans seiner Brust gelastet hatte.
	        
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