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die Vormundschaft und Verwesung ein Ende nehmen sollte, an seinem Hofe fest. In
Urkunden bezeichnet Friedrich Österreich als sein Land, die Burg zu Wien als seine Burg,
und das Gerücht wußte zu erzählen, der Kaiser habe von zwei Kurfürsten und von
einigen Baronen Österreichs Verschreibungen erwirkt, wonach in Zukunft stets der Älteste
des Hauses Österreich alle Lande und Herrschaften desselben regieren sollte.
So sehr nun aber die Vereinigung aller Länder und Herrschaften in einer Hand
dem wohlerwogenen Interesse des Hauses entsprechen mochte, so stand derselben doch das
Herkommen gegenüber, das nun schon seit geraumer Zeit den jüngeren Herzogen Anspruch
auf Theilung, ja selbst auf Gleichberechtigung mit dem Senior gewährte. So vermochte
denn auch Friedrich die beanspruchte Stellung als „Vorgeher, Verweser und Versorger"
seines Hauses auf die Dauer nicht festzuhalten. Nicht nur nöthigte ihn sein Bruder Albrecht
zu mancherlei Zugeständnissen, er sah sich auch gezwungen, seinen Vetter Sigismund aus
der Vormundschaft zu entlassen. Und ebenso brach während seiner Romfahrt (1452) jener
Aufstand in Österreich aus, der ihn nöthigte, den jungen König Ladislaus den Ständen
zu übergeben. Der Umstand, daß Friedrich mit der Herausgabe seines Mündels, zu der
ihn nicht nur die Stände Österreichs, sondern auch die Ungarn und die Böhmen drängten,
so lange zögerte, hatte übrigens die verhängnißvolle Wirkung, daß sich allenthalben das
Bedürfniß der Selbsthilfe, namentlich in Böhmen und Ungarn, regte.
Schon Albrecht V. hatte den feindlichen Gegensatz jener national-utraquistischen Partei
zu bekämpfen, die aus den hussitischen Wirren in Böhmen siegreich hervorgegangen war.
Statt das sich auf die goldene Bulle Karls IV. für Böhmen stützende Erbrecht der Tochter-Sigismunds
und die mit dem Hause Habsburg geschlossenen Erbverträge anzuerkennen,
steuerte diese Partei auf ein nationales Wahlkönigthum los. Zunächst stellte sie dem
Ketzerfeinde deutscher Abkunft einen Prinzen aus jenem polnischen Königshause, das früher
schon in Verbindung mit den Hussiten gestanden hatte, als Prätendenten gegenüber. Nach
Albrechts Tode schritt man zu einer förmlichen Königswahl, und als diese an der
ablehnenden Antwort des Gewählten, des Herzogs von Baiern scheiterte, fühlte sich der
Adel bereits stark genug, sich Jahre hindurch ohne König zu behelfen. Unter dem Einflüsse
der Parteien, die sich aus der hussitischen Bewegung gebildet hatten, löste sich Böhmen in
einzelne Adelsbünde auf, unter denen allmälig jener der Utraquisten unter der Leitung
Ptaceks die Oberhand gewann, bis endlich Ptaceks Nachfolger in der Führung der Partei
des Kelches, Georg von Podiebrad, als von den Ständen wie von den Habsburgern
anerkannter Gubernator Böhmens die Zügel der Regierung in sichere Hände nahm.
In Ungarn hatte man dereinst Elisabeths Erbrecht in der Form anerkannt, daß
man versprach, ihren Genial zum König zu wühlen. So gelangte auch Albrecht V. durch
die Wahl der Stände auf den Thron. Als nun Albrecht starb, ehe seine Gemalin den
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