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Full text: Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild, Übersichtsband, 2. Abtheilung: Geschichtlicher Theil

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Nachfolge des Hauses Habsburg gegen alle Anfechtungen gesichert. Schlossen die habs- 
bnrgisch-jagellvnischen Erbverträge die weibliche Linie von der Thronfolge aus, während 
doch nach der Analogie früherer Fälle den weiblichen Verwandten ein Anspruch ans 
dieselbe zukam, so fanden nunmehr jene Tractate in der Anknüpfung verwandtschaftlicher 
Bande die willkommene Ergänzung. Fast noch wichtiger aber war Annas Vermählung 
mit Ferdinand bezüglich Böhmens, da die von Karl IV. 1348 für dieses Land erlassene 
goldene Bulle den Ständen die unbeschränkte Wahl eines Königs nur in dem Falle 
gestattete, daß kein männlicher oder weiblicher Sprößling der regierenden Familie 
vorhanden war, somit diese Krone rechtlich aus Anna überging. 
Es kann keinem Zweifel unterliegen, daß Maximilian die letzte erfüllende Aufgabe 
seines Lebens in der Besiegung der Feinde des Glaubens erblickte. In jenem allegorischen 
Gedichte bezeichnet die Königin Ehrenreich dem Helden Tenerdank die Vernichtung der 
Ungläubigen, den Sieg über die Türken als das hohe Ziel, das er sich stecken müsse, uni 
sich ihrer Hand und himmlischer Ehre werth zu zeigen. Wiederholt beschäftigte Maximilian 
der Plan eines großartigen Türkenzuges. Das Lateranconcil von 1517 faßte den Beschluß 
eines allgemeinen Kreuzzuges, dessen Führung Maximilian als Schirmvogt der Kirche 
übernehmen sollte. Der Papst übersandte ihm die geweihten Waffen: Helm und Schwert. 
Aber die Reichsfürsten zeigten für die drohende Gefahr der Türkenmacht kein Verständniß. 
Wie frühere Reichstage, so löste sich auch der letzte, den Maximilian zu Augsburg ver 
sammelt hatte, auf, ohne etwas Nennenswerthes vorgekehrt zu haben. 
In wehmüthiger Stimmung ritt der Kaiser aus der Stadt, der er, ans dem Lech 
felde angelangt, in Vorahnung seines nahen Todes einen Abschiedsgruß zuwinkte. Bald 
darnach schied er zu Wels, am 12. Januar 1519, aus seinem thatenreichen Leben, bis zum 
letzten Athemzuge auf das Wohl seines Hauses bedacht, in dessen Stammgeschichte er noch 
ans dem Todbette, nachts, wenn der Schlaf die müden Lider floh, Zerstreuung suchte. 
Maximilian steht an der Grenze des Mittelalters und der neuen Zeit. In Vielem 
noch an das Mittelalter erinnernd und insoferne mit Recht „der letzte Ritter" genannt, 
war er doch anderseits recht eigentlich der Sohn seines Jahrhunderts, voll Verständniß nicht 
nur für die geistigen Schwingungen, sondern auch für die politischen Bedürfnisse seiner Zeit. 
Zwar im deutschen Reiche hat er die an seine Erhebung auf den Thron sich knüpfenden 
Erwartungen einer durchgreifenden Reform nicht ganz erfüllt. Daran trug aber Maximilian 
nicht allein die Schuld, zum nicht geringen Theile fällt dieselbe auf die Kurfürsten zurück, 
welche in ihrer Mehrheit wenigstens nicht so sehr eine Beseitigung der vorhandenen Übel 
stände als vielmehr die Erweiterung ihrer eigenen Macht und die dauernde Schwächung der 
Kaisergewalt anstrebten. Doch bezeichnen die Einführung des ewigen Landfriedens, die 
Einsetzung des Reichskammergerichtes und die Eintheilung des Reiches in Kreise immerhin
	        
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