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Full text: Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild, Übersichtsband, 2. Abtheilung: Geschichtlicher Theil

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Übersichtsband. 
Verfahren einschlug. In allen kirchlichen Dingen maßvoll lvie sein Vater, unterschied er sich 
von diesem dadurch, daß die tolerante Gesinnung Ferdinands der Überzeugung unver 
meidlicher Nothwendigkeit entsprang, jene Maximilians ans innerer Neigung hervorging. 
So hat sich denn Maximilian in seinen Erblanden auf eine Anerkennung der tatsächlichen 
Zustände beschränkt. Doch sollte auch hier die gesetzliche Grundlage des Religionsfriedens 
aufrecht erhalten, der entfesselte Strom in geregelte Bahnen gelenkt werden. Offen erklärte 
Maximilian den Ständen, daß die Reichsconstitntion, ans die sie sich beriefen, nicht ihnen, 
sondern dem Landessnrsten das Recht einräume, in Glaubenssachen zu entscheiden, und 
gestützt hierauf ertheilte er wohl dem 
Adel des Landes unter der Enns, nicht 
aber den landesfürstlichen Städten und 
EMÜHWM Märkten das Zngeständniß der freien 
Glaubensübung (die Concession), und 
auch dies nur unter der Bedingung, 
daß die Protestanten dem Seetenwesen 
entsagen und sich auf Grund der Augs- 
burgischen Konfession zu einer gemein 
samen Kirchenagende vereinigen sollten, 
die in der Folge durch die sogenannte 
Assecuration bestätigt ward. Auch dem 
Adel des Landes ob der Enns wurde 
die freie Übung des Gottesdienstes 
gewährt und dieselbe Zusicherung — 
doch blos mündlich — den Böhmen gemacht, aber auch hier nur auf Grund der gemein 
samen „böhmischen Konfession", welche auf einem Compromiß der lutheranisirenden 
Utraquisten und der böhmischen Brüder beruhte. Doch sollten die religiösen Zugeständnisse, 
welche Maximilian den Böhmen gewährte, gleich denen, die er dem österreichischen Adel 
gemacht, auch für seine Nachfolger verbindlich sein. 
Wenn indcß Maximilian, der auch die katholische Kirche nicht aus dem Auge verlor, 
sondern zur Reform derselben statt der bis dahin von Fall zu Fall eingesetzten Commissionen 
den ständigen Klosterrath ins Leben rief, gehofft haben mochte, durch die ergriffenen 
Maßregeln die religiöse Bewegung zum Stillstand zu bringen, so sah er sich hierin nur zu 
bald völlig enttäuscht. Auf Grund der erfolgten, wenn auch zunächst noch beschränkten 
Anerkennung, die ihm zutheil ward, breitete sich der Protestantismus in Maximilians 
Ländern mit stauncnswerther Schnelligkeit aus, während alle die Visitationsreisen der 
landesfürstlichen Commissionen die Übelstünde in den katholischen Kirchen und Klöstern 
Maximilian II.
	        
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