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Full text : Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild: Ungarn, Band 3

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XIV.  Jahrhunderts  zu  setzen.  Um  diese  Zeit  wurden,  nach  den  Anforderungen  des
entwickelten,  ja  bereits  sinkenden  gothischen  Stils,  die  Gewölbe  der  Seitenschiffe  zu  gleicher
Höhe  mit  dem  des  Mittelschiffes  erhoben,  die  Seitenschiffe  aber  gegen  Osten  bis  zur
Gleiche  mit  dem  Mittelschiffe  verlängert,  mit  drei  Seiten  des  Achtecks  geschlossen  und
durch  solide  Strebepfeiler  verstärkt.  Da  aber  der  verlängerte  Theil  der  Seitenschiffe  vom
Chor  des  Hauptschiffes  durch  Mauern  getrennt  war,  wurden  diese  entfernt  und  dort,  wo
eine  Stütze  nöthig  war,  unter  die  beibehaltenen  alten  Gewölbrippen  von  ihnen  ganz  verschieden ­
  geformte  und  auffallend  schwache  Pfeiler  gestellt.  Dadurch  kam  zu  den  bisherigen
vier  Pfeilerpaaren  noch  ein  fünftes.  Zu  derselben  Zeit  wurden  eine  südliche  und  eine
nördliche  Seite  des  mittleren  Chorabschlusses  geschlossen,  an  den  übrigen  Seiten  aber  die
beiden  übereinander  befindlichen  Fenster  nach  Beseitigung  der  zwischenliegenden  Mauermasse ­
  vereinigt,  wodurch  die  Strebepfeiler  viel  von  ihrer  Solidität  einbüßten.  Die  Frage,
ob  die  beiden  Thürme  der  Westf-Mde  im  XIII.  oder  XIV.  Jahrhundert  vollendet  wurden,
ist  nicht  mit  Bestimmtheit  zu  beantworten.  Die  Ansicht  von  Ofen  in  Schedels  Nürnberger
Chronik  zeigt  den  nördlichen  Thurm  etwas  höher  als  die  Giebelmauer,  während  der  südliche
Thurm  die  Höhe  der  Seitenmauer  nicht  erreicht,  das  Dach  aber  beiden  fehlt.  Darnach
wäre  also  um  die  Mitte  des  XV.  Jahrhunderts,  als  das  Bild  gezeichnet  wurde,  keiner
der  beiden  Thürme  vollendet  gewesen.  Ein  glaubwürdigerer  Zeuge,  das  Bauwerk  selbst,
bezeugt,  daß  König  Matthias  den  Südthurm  im  Jahre  1470  von  Grund  aus  neu  aufbauen
ließ,  und  daß  bei  der  Fundirung  desselben  behauene,  zum  Theil  auch  bemalte  Werkstücke,
die  bei  der  Demolirung  älterer  Gebäudetheile  gewonnen  wurden,  in  Verwendung  kamen.
Der  Thurm  war  bis  zum  Hauptgesims  des  Schiffes  viereckig,  von  da  weiter  3Vr  Stockwerke ­
  hindurch  achteckig  und  43  Meter  hoch.  Im  XV.  Jahrhundert  hatte  die  Südseite  ein
größeres,  mit  einer  Vorhalle  versehenes  Portal,  von  dem  gleichfalls  Stufen  in  das  Schiff
hinabführen,  ferner  befand  sich  neben  dem  südlichen  Chor  und  an  der  Nordseite  je  eine
Kapelle  und  vermuthlich  reihten  sich  auch  an  das  nördliche  Seitenschiff  seiner  ganzen
Länge  nach  Kapellen.
Im  XVI.  Jahrhundert  unter  der  Türkenherrschaft  stürzte,  infolge  des  Umbaues
im  XIV.  Jahrhundert  geschwächt,  der  eine  Pfeiler  des  mittleren  Chorabschlusses  ein,  und
bei  diesem  Anlaß  legten  die  Türken  in  dem  Chorabschluß  drei  Fenster  mit  Hufeisenbogen ­
  an  Im  XVII.  und  XVIII.  Jahrhundert  erbauten  die  Jesuiten  neben  der  Kirche  ein
Kloster,  dessen  Mauern  sie  an  die  der  Kirche  lehnten,  auch  fügten  sie  zu  dem  westlichen
Hauptportal  eine  Vorhalle,  vermauerten  das  kleinere  Südportal,  gestalteten  die  Kapellen
längs  der  Nordseite  gänzlich  um,  zogen  durch  den  Abschluß  des  Hauptchores  eine  als
ckckar  dienende  Mauer,  zerstörten  sümmtliche  Fenster  der  Seitenmauern  und  ersetzten  sie
durch  kleinere  Fenster,  höhlten  unter  dem  Chore  eine  Gruft  in  den  Fels,  setzten  dem  durch
            
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