100
von harmonischer Wirkung zu gestalten wußte. Josef Hild liebte namentlich kühn constrnirte
Gewölbe, wofür als beinahe unglaubliches Beispiel und zugleich architektonisches Eurivsum
das Kaffeehaus „Zur Königin von England" erwähnt sein mag.
Außer diesen Gebäuden weisen die älteren Stadttheile, in Ofen die Gassen der
Festung und Wasserstadt, in Pest der Franz Josefs-, Gisela-, Elisabeth-, Josefs- und
Deäkplatz, die Palatin-, Dorothea- und Waitznergasse, der Karlsring seiner ganzen Länge
Palais Alois Graf Kärolyi in der Esterhäzygasfr.
nach und noch andere, ans Schritt und Tritt Privathüuser aus der ersten Hälfte dieses
Jahrhunderts ans, welche größtcntheils Werke der genannten Meister sind. Es gibt unter
ihnen einige, deren mit Säulenordnungcn und Giebeln geschmückte Fronten auf größere
Wirkung berechnet sind, dann wieder solche, deren Fcumden durch bescheidene Pilaster
gegliedert erscheinen oder sich mit dem noch einfacheren Schmuck einer elastischen Götter
oder Heroenbüste, in Form eines Medaillonreliefs, oder mit einem Blumen- und Blätter
gewinde, meist aber auch niit noch weniger begnügen. Aber, so einfach und bescheiden sie
sind, so wenig sie als künstlerische Schöpfungen entsprechen wollen, fehlt es ihnen doch
nicht an einem gewissen Erkennungszeichen des Classicismus, und sie sind jedenfalls