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Full text: Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild: Ungarn, Band 3

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solchen Scene soll einst insgeheim auch König Matthias beigewohnt haben), und deren 
Thorschwelle selbst der König nicht ohne die Erlaubniß des Priors überschreiten durfte. 
Das Kloster war zu Ehren des heiligen Laurentius erbaut. Unter seinen Reliquien 
bewahrte man die Gebeine des Sauet Paulus Eremita. Hier übersetzte der Mönch 
Ladislaus Bäthori die heilige Schrift, wobei er zwanzig Jahre lang seine Höhle nicht 
verließ; sic wird noch jetzt am Abhang des Lindenberges gezeigt. 
Die Gegend der „Schönen Schäferin" (8-wp juIrüsMö) erinnert durch ihren 
Namen an ein in der Volkssage fortlebendes Abenteuer des Königs Matthias. Heute führt 
ein gut rcnommirtes Gasthaus diesen Namen. Maria-Einsiedel Mria Uomato) ist 
noch jetzt ein besuchter Wallfahrtsort. Man zeigte dort die einfache Grotte eines frommen 
Asceten, mit Tisch und Schlafstelle, beide in Felsen gehauen. Das Kloster Maria Eichel 
(Naliüos Rärin) ist ganz in den Wäldern begraben. Einst war es von Trinitariern 
bewohnt. Als Kaiser Josef diesen Orden aufhob, wurde der Thurm abgetragen und die 
Kapelle in einen Maierhof verwandelt. Von hier auf den eigentlichen Schwabenberg führt 
ein Waldweg, der nur nach den Kalkzeichen an den Bäumen zu finden ist. 
Vor vierzig Jahren deckte den Schwabenberg selbst noch Urwald. Eine wahre 
Goldgrube für Botaniker und Jnscctcnsammler! Seine blühende Flora wies die seltensten 
Pflanzcnarten ans, die prächtigen Käfer und Schmetterlinge, die Todtenkopf-Sphinxe und 
Nachtpfauenaugen und besonders die Oleandcrschwärmer von seltener Schönheit zogen 
die Naturforscher ans fernen Gegenden an. Der Ban des Dachses war sicher in diesen 
Wäldern, der Marder machte seine Streifzüge in die Hühnerhöfe und Füchse gab 
es so viele, daß einem allerorten schön entwickelte Exemplare begegneten. Im Gebüsch 
bargen und um die Baumäste wanden sich prächtige große Schlangen; aus den Hohl 
wegen erhoben riesenhafte Frösche, die man „Hühnerfrösche" nannte, ihre brüllende 
Stimme; auf dem Johannesberg gab es auch Vipern und schlangcnförmige Skinke. Auch 
die Vogelwelt war reich vertreten. Im Wolfsthale fand man sogar Nester von Waldadlern 
und oft genug sah man Schwärme kleiner Vögel zwitschernd eine Eule bedrängen. Das 
war die schöne Zeit des Schwabenberges, als noch wildes Geilster auf ihm hauste; der 
Mensch verirrte sich dorthin nur als unstüter Landfahrer oder als weltscheuer Sonderling. 
In einer verwachsenen Ecke des Berges barg sich eine Art Burgruine, wo ein Misanthrop 
wohnte, ein dänischer Baron, der mit keinem Menschen ein Wort sprach. In einem 
abgelegenen langen Hause wohnte ein Arzt, der keinen Menschen kurirte; dafür besaß er 
zwei Glocken, die er Mittags und Abends läutete. Mitten in einer Steinwüste hauste ein 
haisischängiger Gnome, der sich von den Steinen nährte. Ans seinen Steinen wurden 
nämlich die übrigen Häuser gebaut. Tief in einem Thale verborgen war der Schlupf 
winkel eines verstummten Advocaten, den der Arm der Gerechtigkeit aus der Welt
	        
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