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Full text: Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild: Ungarn, Band 3

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der Genüsse; Musikkapelle, Volkssänger, Schaukel, Ringelspiel; dazwischen kracht die 
Kegelbahn von der schweren Holzkugel; muskelkräftige Bursche schlagen mit der Faust 
den riesigen Luftball in die Höhe, da gibt es Scheibenschießen, Ringkampf, Kletterbäume; 
klappernd rollen Würfel eines Kreuzer-Monte Carlo, wo ein fahrender Gottschewer die 
Bank gibt und ein Kranz Feigen den Gewinn bildet. Mittlerweile wandern die idealer 
gesinnten Ausflügler zum Normabaum hinan und auf den Johannesberg und genießen 
die entzückende Aussicht. Dann geht der Mond auf und leuchtet diesem ganzen Menschen 
strome heim, der sich wieder den Berg hinabwälzt. Zerknitterte Anzüge, zerknüllte Hüte, 
weiße Kleider und „Anginet-" (Nanking-) Pantalons mit grasgrünen Flecken, hoch- 
geröthete Wangen, einander stützende Gestalten, singende Gruppen, aus vollem Halse 
lachende, förmlich aus der Haut fahrende Urtypen des hauptstädtischen Bauern, wilde 
Pärchen, die noch nicht genug getanzt haben und auch den Heimweg im Polkaschritt 
zurücklegen; disputirende Bürger, übermüthige Handwerksgesellen, die sich durch einen 
gedungenen Werkelmann nach Hause musiciren lassen; verzückte Familienväter, welche 
die Nacht um jeden Preis unter freiem Himmel verbringen wollen, obgleich Weib und 
Dienstmagd sie von rechts und links stützen müssen; dazwischen ein geängstet aufquiekendes 
Dirnlein, das man auf einen Esel gesetzt hat und das nun mit diesem durch alles Dorn 
gestrüpp hindurch muß. Und so wickelt sich dieser Anblick in tausendfältigem Wechsel bis 
zur späten Mitternacht ab; auf dem Grasplan jedoch tanzen die Leutchen noch immer 
weiter, bei Mond- und Laternenschein, um die Drehorgel her, und unter dem Laubgezelt 
arbeiten noch in der Morgenfrühe die braven Budakeßer mit Pauke und Bombardon. 
Und in der ganzen durcheinander tollenden Menschenmenge sah man keinen Gendarmen. 
Selten kam es da zu Streit und Schlägerei oder anderen Ausschreitungen. Und die ganze 
Unterhaltung hatte zuletzt ihren Hanptreiz darin, daß man ihretwegen zu Fuße ans den 
Berg „klettern" mußte. Und nun erst den Weg herunter! Die Rosse der Apostel waren 
die einzigen Verkehrsmittel. Darum hatte man so recht seine Freude dran. 
Aber der Schwakenberg blieb nur so lange ein Paradies, bis die Spekulanten 
erfuhren, daß er eines ist. Urplötzlich wurde der Schwabenberg von den Vandalen des 
Weinbaues überschwemmt. Sie rodeten die Urwälder aus und pflanzten Reben an ihre 
Stelle; sie hieben die vierhundertjährigen Riesenlinden und weithin schattenden Ahorne 
im Lustgarten des Königs Matthias um; sie verscheuchten aus den Hainen die Amseln 
und die Blusen und pflanzten überall Reben, Reben. 
Der Schwakenberg rächte sich natürlich; sie hatten ihm Wein abzapfen wollen, da 
weigerte er ihnen sogar das Wasser. Mit dem Ansroden der Urwälder versiegten die 
Quellen, und während früher der Königsbrunnen sogar die Ofner Festung mit frischein 
Trinkwasser versorgt hatte, mußten die Schwabenberg - Bewohner nunmehr sich das
	        
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