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Full text : Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild: Ungarn, Band 3

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eonsularquartier"  und  dergleichen,  die  Schneemänner  werden  auf  die  Namen  volksthümlicher
  großer  Männer  getauft,  und  so  behaupten  sie  sich  stattlich,  bis  die  Frühjahrssonne
ihrem  Prangen  ein  Ende  macht.
Eine  nahe  Zukunft  wird  das  Stadtwäldchen  um  noch  eine  Merkwürdigkeit
bereichern.  Auf  dem  Platze,  wo  die  Andrässystraße  in  das  Stadtwäldchen  mündet,  wird
sich  an  der  Stelle  des  Hügels,  wo  jetzt  ein  Flaggenmast  emporragt  (der  Volksmnnd  nennt
ihn  scherzend  „den  Zahnstocher  der  Stadt"),  ein  großes  Denkmal  erheben:  entweder  das
Freiheitsdeukmal  oder  das  Standbild  des  Grafen  Julius  Andrässy,  deren
für  die  Preisbewerbung  bestimmten  Modelle  der  Eingeweihte  bereits  in  den  Ateliers
einheimischer  Bildhauer  sehen  kann.
Oie  O'largaretheninsel.
Der  Feegarten  Budapests!  Ein  Stück  Paradies  —  ohne  den  verpönten  Baum
von  Eden.
Wo  die  Donau  ans  ihrer  langen  Reise  das  Weichbild  von  Budapest  erreicht,  theilt
sie  sich  in  zwei  mächtige  Arme,  mit  denen  sie  die  in  Form  eines  Schiffes  daliegende
herrliche  Margaretheninsel  umfaßt.  Gleich  unterhalb  der  Insel,  unter  den  gewaltigen
Eisenbogen  der  Margarethenbrücke,  vereinigen  sich  die  beiden  Arme  wieder  und  der  Strom
tritt  zwischen  die  festen  Quaimanern  ein,  welche  die  Hauptstadt  ihrer  ganzen  Länge  nach
durchziehen.
Es  ist  ein  Anblick  von  seltener  Schönheit,  wie  die  Insel,  von  grünen  Laubschleiern
beschattet,  mitten  im  Strome,  mitten  zwischen  dem  Ofner  Gebirge  und  dem  Pester  Steingestade, ­
  festgeankert  liegt.  Vor  ihr,  jenseits  der  beiden  großartigen  Brücken,  erhebt  sich
am  rechtseitigen  Ufergelände  das  königliche  Schloß  und  weiterhin  der  Sanct  Gerhardsberg ­
  (Blocksberg),  linkerhand  aber  die  schönste  Palastreihe  der  Hauptstadt.  Hinter  ihr
folgen  die  Neupester  und  Altofner  Insel,  beide  auch  Schiffswerfte  und  Hafen.  Dies  ist
ihre  Umgebung.  Wie  eine  Mutter  ihr  „goldenes"  Töchterlein,  so  hegt  die  Hauptstadt  die
Margaretheninsel  in  ihrem  Schooße.
Noch  in  den  Fünfziger-Jahren  konnte  man  nur  vom  Ofner  Ufer  aus  auf  die
Margaretheninsel  hinüberfahren.  An  dem  Hause  372,  am  Donauufer,  befand  sich  eine
Glocke;  zog  man  an  dieser,  so  kam  von  der  Insel  ein  Fährmann  mit  einem  Kahn  herüber,
der  die  Besucher  übersetzte  und  wieder  zurückbrachte.  Auf  der  Insel  waren  Milch  und  Butter
zu  haben.  Gegenwärtig  ist  die  Margaretheninsel  der  beliebteste  Unterhaltungsort  der
Hauptstadt  und  gleichzeitig  eine  erfrischende  Badeanstalt;  das  Publikum  kann  sie  jede  halbe
Stunde  mit  dem  Dampfer  erreichen,  um  Erholung,  Zerstreuung  oder  Heilung  zu  suchen.
            
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