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Full text: Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild: Ungarn, Band 3

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Die Siegel von Ösen, Pest und Alt-Osen vor der Bereinigung. 
Immerhin waren die natürlichen Vortheile den Nachtheilen gegenüber so ent 
scheidend, daß die Stadt sich von den Schlägen, welche sie von Zeit zu Zeit trafen, jedesmal 
wieder erholte. Sie überwanv sogar Schicksalsschläge, welche durch Menschen, durch 
Verhältnisse des Landes und gewisse weltgeschichtliche Ereignisse hervorgerufen waren. 
Die Geschichte weniger Großstädte in Europa weist so viele und große Katastrophen auf, 
welche wiederholt die ganze bis dahin erreichte Entwicklung vernichteten und deren 
zusammenhängenden Gang völlig unterbrachen. 
Da die Schuld an diesen nicht die Stadt und ihre Behörden traf, sondern meistens 
aus weiter Ferne sich heranwülzende Völkerstürme das Unglück mit sich brachten, so kann 
auch von einer zusammenhängenden pragmatischen Geschichte der istadt nicht die Rede 
sein. Darum ist für den folgenden, eigentlich historischen Theil die weniger geschlossene 
chronistische Darstellungsform vorgezogen worden. 
Die Hauptstadt Ungarns bestand bis zum Jahre 1873 auch in rechtlicher Beziehung 
aus drei gesonderten Städten. Jede hat in einzelnen Epochen eine leitende Rolle gespielt. 
Es gab jedoch auch Jahrhunderte, die ihnen eine solche nicht zutheilten, wenigstens weiß 
die Weltgeschichte nichts davon. Die Geschichte der Hauptstadt Ungarns zerfällt in 
folgende Perioden: 
I. Noch vor Christi Geburt gründen die Kelten, als Bewohner Pannoniens (des 
Districts jenseits der Donau) an der Stelle des heutigen Alt-Ofen (O-Bnda) ihre Stadt 
Ak-ink (reiches Wasser). Von dieser ist nichts übrig geblieben als der bloße Name. Die 
Keltenzeit dauerte ungefähr bis zum Jahre 100 n. Chi. 
II. Zwischen den Jahren 100 bis 200 n. Ehr. siedeln die Römer daselbst eine 
Legion nebst der gewohnten Civilbegleitung an. Der keltische Name verändert sich in
	        
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