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Full text: Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild: Ungarn, Band 3

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schaft Ofens die Partei des Premysliden Wenzel gegen Karl Robert von Neapel, den 
der Papst aufstellte. Im August des nämlichen Jahres bereitete Ofen dem böhmischen 
Bewerber einen höchst feierlichen Empfang und er wurde in der Bfner ^.omkirche zum 
König von Ungarn ausgerufen, in Stuhlweißenburg aber durch den Erzbischof von 
Kalocsa gekrönt. Hierbei wird wohl der Gebrauch entstanden sein, daß bei Krönungen 
vor der Hauptpforte des Stuhlweißenburger Domes eine Wache von bewaffneten und 
berittenen Ofner und Stuhlweißenburger Bürgern in prächtiger Rüstung anfzog und das 
Das Kloster aus der Margaretheninsel im Jahre 1S4S. 
Reichsbanner in ihrer Mitte führte. Ferner schickt im Jahre 1301 Papst Bonifazius einen 
bevollmächtigten Legaten nach Ungarn, und zwar Nikolaus, Bischof von Ostia, um die 
Parteigänger Wenzels, unter denen sich auch Prälaten, überdies die Pester und Ofner 
Mönchsorden, ja vorläufig selbst das Kapitel befanden, zu Karl Robert hinüberzulocken. 
Nikolaus kam kühn nach Ofen gereist. Es gelang ihm auch, das Kapitel nebst anderen 
Geistlichen und Weltlichen zu gewinnen, allein die Mehrzahl der Ofner Bürger hielt treu 
bei Wenzel aus. Das plötzliche Verschwinden des Legaten von Ofen legte den Verdacht 
nahe, daß Bischof Nikolaus sich habe flüchten müssen, weil die Bürger sich gegen ihn 
verschworen hätten, wie sie es schon 1279 einem anderen Legaten gegenüber gethan. 
Als der päpstliche Legat sich nach Preßburg zurückgezogen hatte, verkündete er im 
Mai 1302 zur Belohnung des Alt-Ofner Kapitels und zur Bestrafung der Lfner Bürger
	        
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