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heimlich einverstandene Thorwache eingelassen. Käräsz fand kaum Zeit genug, sich zu
retteu, Martin Töth aber und der Geschworene Herman wurden gefangen und an Roß
schweife gebunden zu Tode geschleift. Ihre Leichname wurden, als die von Ketzern, ver
brannt. Ludwig und seine Priestergenossen starben im Kerker.
Hätten die Ofner in förmlicher Gemeindeversammlung ihre Übergabe erklärt, so
wäre Karl der Bürgerschaft gegenüber wohl zu weitgehenden Concessionen bereit gewesen.
Nach sechsjähriger trotziger Feindseligkeit aber und bei der geschilderten Art der Nieder
werfung konnten sie nur im Wege besonderer Gnade etwas erwarten. Alsbald hielt der
König in Begleitung zahlreicher Prälaten und Magnaten seinen Einzug in Ofen.
Das Lmporblühen der drei Städte (sZss bis s490).
Karl Robert residirte nicht gern in Ofen. Von 1314 bis an seinen Tod kommt es
als Datumsort von königlichen Briefen nur selten vor. Um das genannte Jahr scheint
Temesvär Königssitz zu sein. Um 1320 läßt sich der König nicht in Ofen, sondern in
Visegräd einen glänzenden und großartigen Palast erbauen und verleiht nicht Pest,
sondern Nagy-Maros werthvolle städtische Privilegien, die denen der Burg Ofen gleich
sind. Bis an sein Lebensende, Juli 1342, wohnt der König in Visegräd. In Ofen wird
seine Macht durch den von ihm ernannten Rector, das heißt Bnrghauptmann ausgeübt.
Dort, an der Stelle des heutigen Königsschlosses, ließ er einen gewaltigen Bau ausführen,
der nach einem seiner Söhne „Stefansburg" hieß und noch im Jahre 1541 bestand. Als
Rector fnngirte von 1318 bis 1337 Johann, ein tapferer Magnat von der Partei Karls.
Neben ihm beginnt nun auch der Judex, das heißt erwählte Stadtrichter zu erscheinen.
Um 1320 finden wir in Ofen ein Münzhaus. Der König wandte den Finanzen ein
besonderes Augenmerk zu; er war es, der die ersten ungarischen Goldgnlden ifttoi-int",
von liorin ä'oro) prägen ließ, mit der Lilie auf der einen Seite, während die andere das
Bild des heiligen Ladislaus als Schutzheiligen Ungarns mit dem Kriegsbeil in der Hand
zeigte. Der ungarische Goldgulden entsprach damals völlig dem florentinischen Muster.
Auch das Gewichtmaß — die Ofner Mark, das ist ein halbes Pfund — war das
florentinische. Vier Goldgulden waren eine Mark Silber Werth.
Nachdem König Ludwig der Große 1342 den Thron bestiegen, wohnte er die ersten
vier Jahre in Visegräd. Tann ist mehrere Jahre hindurch Ofen sein ebenso ständiger
Aufenthaltsort. Noch im Jahre 1352 nennt er es „unseres Hofes gewöhnlichen Sitz".
Von 1355 angefangen ist der König häufig daselbst, weilt aber dennoch weit mehr zu
Visegräd. Ehe er im Jahre 1347 zum Kriegszug nach Neapel aufbrach, stellte er für Ofen,
das vermuthlich zur Bestreitung der großen Kosten beigetragen hatte, eine schöne Privi
legienurkunde ans, worin der Stadt die freie Wahl ihrer höheren und niederen Beamten