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Full text: Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild: Ungarn, Band 3

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gewährleistet wird und der König sich oder seinem Stellvertreter nur die Bestätigung 
vorbehält. Seit 1347 kommt auch in den auf Ofen bezüglichen Denkmälern das Wort 
„Rector" nie mehr vor. Lateinisch heißt der höchste Würdenträger immer Zuckox-, die 
Rathsgenossen aber ZurnU", das heißt geschworene Bürger. 
Die andere bedeutende Errungenschaft Ofens ist, daß es sich von Ludwig dem 
Großen das heutzutage unerhörte, im Mittelalter jedoch gebräuchliche Stapelrecht erwirkt. 
Dieses Handelsmonopol wog für Ofen das Kremnitzer Bergwerk auf. Es beherrschte 
dadurch den ganzen Waarenverkehr von Böhmen, Österreich, Italien, dann von Polen 
und selbst über Kronstadt vom Schwarzen Meere her. Denn die fremden Waaren durften 
nur hier ausgepackt und verkauft werden, und zwar im Großen an die Ofner Kaufleute. 
So geschah es denn, daß die Breslauer Kaufleute den Pfeffer, den die Genuesen von 
Constantinopel her über das Schwarze Meer einsührten, von den Ofnern kaufen mußten. 
Alt-Ofen war Königinnensitz, die Residenz der Königin-Mutter, die dort das Kloster 
der Clarisserinnen bereicherte. Der König aber erhob 1355 Alt-Ofen zur königlichen Stadt 
und entband dessen Bürger von der Vormundschaft des Kapitels. Oder vielmehr, er theilte 
die Stadt in zwei Theile, deren einer, wie in Stuhlweißenburg, dem Kapitel verblieb, 
während der andere königliche Freistadt wurde. 
Auf Ludwig den Großen folgten verwirrte Zeiten. Auch Ofen hatte sein Theil 
an den Zwistigkeiten zu tragen, konnte aber freilich bei dem Zusammenstöße der 
herrschenden Mächte kaum eine andere als passive Rolle spielen. So im Jahre 1386, als 
sich der Tochter Ludwig des Großen, der regierenden Königin Maria gegenüber Karl 
von Durazzo, sonst Karl der Kleine genannt, ehedem Ludwigs trefflicher Feldherr und 
Verwandter, krönen ließ. Die Ofner ließen den Prätendenten in ihre Stadt ein. Als aber 
das bekannte Mordattentat gegen Karl erfolgte, wobei auf Garas Wink Forgäcs den 
meuchlerischen Todesstreich gegen den neuen König richtete, da hatte auch Ofen an der 
Wucht dieses Streiches zu tragen. Garas Leute metzelten die italienisch-kroatische 
Begleitung Karls von Durazzo in der Ofner Veste nieder. Sie verschonten überhaupt 
keinen, den sie für einen Parteigänger Karls hielten, und gaben namentlich den in der 
Festung wohnenden Italienern keinen Pardon. Es wohnten damals viele italienische 
Geldmäkler und Kaufleute in Ofen, wo sogar eine Gasse die „italienische" hieß. Diese 
wurde vom Pöbel geplündert. Es war dies ein harter Schlag für den Wohlstand und 
guten Ruf der Stadt. 
König Sigismund (1387 bis 1437) weilte zwar nicht viel in Ungarn, wußte aber 
doch die Freiheiten der Stadt zu beschränken. Zuweilen gebot der Palatin oder Vicepalatin 
im Namen des Königs oder in Abwesenheit derselben der Bnrghauptmann des königlichen 
Schlosses. Um 1401 bekleidete ein gewisser Czuber (Zuber) dieses Amt und es scheint,
	        
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