MAK

Full text: Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild: Ungarn, Band 3

29 
Herrengasse 34. 
verfaßten Ofner Stadtrecht 
durfte nur derjenige Ofner 
Richter werden, der bis ins 
vierte Glied nach aufwärts 
Herrengasie 40. Deutscher war, und auch van 
SpW°g°n-B°uth°il- m Ofen Anfang d°- XV. J°hrhnnd-r.s. denzwölfGeschwvreneN kvNNteN 
nur zwei Magyaren sein. Dieser für die Hauptstadt Ungarns himmelschreienden 
Ungerechtigkeit wäre wohl auch durch klugen Rathschlag abzuhelfen gewesen. Aber das 
Interesse läßt sich nun einmal selten durch Worte überzeugen. Wie die Weltgeschichte 
beweist, werden die wichtigen Fragen aus Erden durch die Faust entschieden. 
Die verhaltene Unzufriedenheit der Magyaren wurde durch ein zufälliges Ereigniß 
zum Ausbruch gebracht. Anfangs 1439 hatte Ungarn gerade einen deutschen König, 
Albrccht von Österreich. Große bewaffnete Haufen sammelten sich in Ofen und Pest. Der 
König hielt Reichstag und sammelte dort ein Heer gegen die Türken. Da geschah es, daß 
ein angesehener magyarischer Bürger Ofens, der Goldschmied (aurikabsr, magyarisch: 
ökvüs) Johann Ötvös verschwand; erst nach acht Tagen fand man seinen, von der Donau 
ausgeworfenen Leichnam. In den Massen verbreitete sich nun das Gerücht, die Ofner 
Deutschen hätten den braven Mann heimlich, aus nationalem Haß ans dem Wege geräumt. 
Es fehlte sogar an Zeit, um die Wahrheit gewissenhastzu ermitteln, da die Rachricht nicht 
sowohl bei der magyarischen Bürgerschaft Ofens, als bei den hier zusammengeströmten 
Bewaffneten Glauben fand. Die Häuser der deutschen Bürger wurden erstürmt. Erst nach 
argen Verwüstungen und zum Theil auch Blutvergießen vermochten die leitenden Männei 
der Magyaren mit vieler Mühe die empörte Menge zu beschwichtigen, welche Gerechtigkeit
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.