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Hunhadi, nämlich die Standbilder, welche Johann, Ladislaus und Matthias in voller
Rüstung darstellten, doch eher Arbeiten von vaterländischer Künstlerhand gewesen sein.
Für Vermuthungen ist hier ein weites Feld offen, denn die Kunstdenkmäler dieser kurzen
Glanzperiode der Nation sind bekanntlich unter der Türkenherrschaft sammt und sonders
zugrundegegangen. Hingegen kann darüber kein Zweifel bestehen, daß die gothischen
Kirchen Oberungarns ihre mitunter ziemlich reiche innere Ausschmückung dem Künstlergeiste
Deutschlands, ja in einzelnen Fällen sogar der directen Mitwirkung namentlich erwähnter
deutscher Meister verdanken. So werden der durch interessante Construction und reichen
Statnenschmuck hervorragende Hauptaltar des Kaschauer Domes, die zwölf Altäre der
Kirche zu Bartfeld und der 60 Fuß hohe großartige Altar der Leutschauer Kirche, wo auch
die Altarflügel durch dramatisch belebte Reliefdarstcllnngen ausgefüllt sind, nebst den sechs
Seitenaltären dieser Kirche der Werkstatt des Veit Stoß zugeschrieben. Der Einfluß
dieser Werke ist mehr oder weniger auch an anderen größeren Flügelaltären Oberungarns
wahrnehmbar, insbesondere an denen von Kirchdrans, Georgenbeig, Klein-Zeben und
Siebenlinden. Die Holzplastik verbreitete sich auch in den anderen Theilen des Landes,
doch sind ihre erhaltenen Denkmäler von geringerem Kunstwerth. Besonders interessant
ist unter diesen ein Relief zu Neusohl, welches auch das mittelalterliche Bild dieser Stadt
verewigt; es ist in die Außenwand der dortigen Hauptkirche eingefügt, reich an naiven
Motiven und jetzt durch Bischof Jpolyi glücklich rcstaurirt.
Einige Unterstützung erwuchs der einheimischen Plastik auch noch durch jene
geistlichen und weltlichen Magnaten, zu deren Luxus es gehörte, die Pietät gegen die
Vorfahren zu künstlerischem Ausdruck zu bringen. Von Bischöfen und Äbten der vergan
genen Jahrhunderte, von so manchem weltlichen Großen, der in der Geschichte seine
Rolle gespielt, haben sich ansehnliche Sarkophage oder Grabplatten mit plastischen Bild
nissen erhalten, namentlich in entlegeneren Städten und Kirchen, die von den Unbilden
des Krieges mehr oder weniger verschont geblieben sind. Freilich, die uralte Beisetzungs
stätte der ungarischen Könige, in der Gruft der Hauptkirche zu Stuhlweißenbnrg, ist
durch die deutschen Scharen des Thronprätendenten Maximilian verheert und ihr Inhalt
vernichtet worden; desgleichen sind in der Kirche zu Karlvlnng die plastisch geschmückten
Steinsürge der Hunyaden durch Zeit und Barbarenhände so arg verstümmelt, daß die
Bildnißmäßigkeit der Gestalten kaum mehr festzustellen ist. An den Seitenflächen des
Sarges, in welchem Johann Hunyadi ruht, sind auch Reliefs von ungarisch-türkischen
Kriegsscenen zu sehen, lebendige Compositionen, doch von mittelmäßig begabter Hand.
Dagegen ist ebenda die auf dem Sarge ruhende Gestalt des Grafen Georg Zäpolya von
mehr individuellem Gepräge und muß auch wegen der gediegeneren Arbeit als hervor
ragenderes Werk bezeichnet werden. Unter den als Relief behandelten Grabdeckeln findet