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ihm, als er aus Wasser stieß, nicht im Traume ein, daß er einen Handelsartikel von großer
Zukunft erbohrt hatte. Kein Küchengarten hat jemals einen so reichlichen und sicheren
Ertrag gegeben! Kein Hagelschlag, kein Frost kann dieser Ernte schaden, höchstens ein
Übermaß von Regen, da durch allzu große Verdünnung die relative Menge der im Wasser
aufgelösten Salze geringer, die Qualität also schlechter werden kann. Im Übrigen werden
jene Brunnen so lange eine Einnahmequelle bilden, als die Bedingungen zur Bildung von
Bitterwasser bestehen bleiben.
Diese Bedingungen sind, nach der bisherigen Erklärung, localer Natur, die Erklärung
aber, die man dem Universitätsprofessor Dr. Josef Szabö verdankt, ist so natürlich, daß
sich bisher kein begründeter Einwand gegen sie erhoben hat. Als Hauptbestandtheile des
Bitterwassers betrachtet man das schwefelsaure Magnesium und das schwefelsaure Natrium.
Zur Herstellung dieser Salze steht in den Bergen, welche die Kelenföld-Ebene von West
und Nordwest umschließen, ein verschwenderisch dotirtes Laboratorium zur Verfügung.
Die Rohstoffe, aus denen sie sich bilden, sind: der Dolomit, der diesen deckende Mergel
und Tegel mit dem in ihnen verstreuten Phrit, der Sauerstoff der Luft und das Wasser.
Der Pyrit, diese durch atmosphärische Einwirkung leicht veränderliche Mischung von Eisen
und Schwefel, wird bei Anwesenheit von Wasser durch den Sauerstoff der Luft angegriffen,
so daß sich von seinen Bestandtheilen das Eisen zu Eisenoxydhydrat, der Schwefel zu
Schwefelsäure oxydirt. Den Rest der Aufgabe besorgt die Schwefelsäure. Diese verwandelt
den Dolomit, der aus kohlensaurem Calcium und kohlensaurem Magnesium besteht, in
schwefelsaures Calcium und schwefelsaures Magnesium, während die gebundene Kohlen
säure frei wird. Das schwefelsanre Calcium ist in Wasser schwer löslich; ein großer Theil
desselben scheidet sich in der Nähe des Entstehungsortes in Form von krystallisirtem
Gyps aus, ein geringerer Theil aber nebst dem leichter löslichen schwefelsauren Magnesium
fließt aufgelöst mit dem in den Boden eingesickerten Wasser weiter. Die freigewordene
Kohlensäure bewirkt in Wasser aufgelöst die Lockerung und Zersetzung des Doloniits uud
die Verwitterung des im Tegel enthaltenen Feldspats. Der Feldspat ist insbesondere
Natrium-Feldspat mit etwas Kalium-Feldspat; diese liefern zur Bildung des Bitterwassers
Natrium, Kalium und Chlor. Die Schwefelsäure ist in den Ofner Bitterwässern in solcher
Menge gegenwärtig, daß, wenn man die Bestandtheile zu Salzen gruppirt, ein Theil
derselben mit Natrium verbunden gedacht werden muß.
Die wässerige Lösung, wie sie von den das Kelensöld einschließenden Bergen in den
Boden des Kelensöld hinabsickert, kann ihren Weg nicht gegen die Donau nehmen, denn
der sanft nach Süden niedersteigende Fortsatz des Blocksberges schiebt sich in nordsüdlicher
Richtung als ein für das Wasser undurchdringlicher Damm zwischen die Donau und das
Sammelbecken der Quellen.