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versuche mit. Haferanbau gemacht. Von einem Baum ist auf dieser großen Puszta kaum
die Spur zu finden; verstummt und ausgestorben liegt sie da, soweit das Auge umher
schweift. Wohl ist sic nach mehreren Richtungen von Pfaden durchzogen, allein menschliches
Leben zeigt sich höchstens um etliche verlorene Schasstülle her. Ein todter, unfruchtbarer
Raum, der nur in der Tiefe eine Art Schatz birgt. Der angebrochene Felsboden bei Kis-
^.eteny beweist, daß dort vor alter Zeit das Gestein in großem Maßstabe abgebaut wurde;
heute sind die Höhlungen des ehemaligen Steinbruches mit Unkraut dnrchwuchert und der
hellschimmcrnde Kalkstein hat sich durch die Unbilden des Wetters mit einem schmutzigen
Grau überzogen. Doch bestehen am nördlichen und westlichen Rande der Hochfläche noch
sttzt große Steinbrüche, die dem größten Theile dermännlichen Bevölkerung vonTörök-Balint
das tägliche Brod gewähren. Gegen Süden senken sich die Lehnen in sanfter Neigung der
Donau zu und mitten in ihrem Strich ragt die Kirche der Gemeinde Diös auf. Dieser
Ort bestand schon in der ersten Zeit des ungarischen Königthums. Hier übernachtete der
Bischof St. Gerhard auf jener verhängnißvollen Reise, die ihn eilends zu Andreas I. nach
Pest führte, wo ihn dann bei der Überfuhr am Fuße des jetzigen St. Gerhardsberges
(iszt. Gellerthegy, Blocksberg) die Anhänger des Urheidenthums überfielen und ums
Leben brachten. Früher wuchs hier viel guter Wein und die großen Weinkeller in den
Kalkwänden des „Nnßgrabens" sind noch heute eine Sehenswürdigkeit.
Bei Länök-Bälint folgen auf die Tetenyer Puszta große Waldungen und in einem
ihrer reizenden Thalkessel liegt gar malerisch hingestreckt die Ortschaft, die den Namen
eines magyarischen Kriegshelden (Valentin Török) trägt; weiter nach Westen jedoch trifft
der Blick wiederum das Bild der Tetenyer Puszta. Bei Sösknt ist das Steinmaterial so
vorzüglich, daß es für die Unfruchtbarkeit des Bodens reichlich entschädigt. Der Svsknter
Steinbruck) gehört zu den großartigsten und Hunderte von Arbeitern sind fortwährend
beschäftigt, das ausgezeichnete Baumaterial auszubeuten. Ein großer Theil Budapests ist
aus diesem Stein erbaut, den die Baumeister der Hauptstadt wegen seiner gediegenen
Eigenschaften mit Vorliebe verwenden. Der großartige Steinbruch ist durch eine Eisenbahn
mit der Südbahnstation Tärnok verbunden, von wo das Gestein hauptsächlich nach
Budapest, aber auch nach vielen Städten jenseits der Donau geschafft wird.
Die Hügelgegend von Sösknt verliert gegen Norden ihre Rauhheit und geht bei Bia
in eine reizvolle Berggruppe über. Kommt man von der Eisenbahn her, so ist man entzückt
von den romantischen Höhen des Jharos- und des Szarvasberges (Ahornberg, Hirschberg),
aus deren Waldesdnnkel die Kuppel des hochliegenden Mausoleums der Grafen Sandm
und das weißblinkende Jagdschloß des Fürsten Metternich emportanchen. Sorgsam
gepflegte Straßen, steinerne Stufenfolgen aus schönerer Zeit, führen zu dem bekannten
Aussichtspunkt des „Pipälö" hinan und auf den Gipfel des Szarvasberges, den höchsten