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Full text : Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild: Ungarn, Band 3

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Szent-Endre  hören  auch  die  Hügel  auf.  So  bildet  von  Gran  bis  Szent-Eudre  die  Donau
selbst  die  Grenze  des  Gebirges  und  eine  zwischen  beiden  Städten  gezogene  gerade  Linie
fallt  auch  fast  völlig  mit  der  Westgrenze  dieser  Gebirgsgegend  zusammen.
Das  Gebirge,  das  dieses  große  dreieckige  Gebiet  bedeckt,  ist  eine  scheinbar  zusammenhängende ­
  und  zusammengehörige  Masse;  die  Geologie  jedoch  scheidet  sie  in  zwei  wesentlich
von  einander  verschiedene  Hälften.  Die  Grenze  zwischen  diesen  ist  durch  zwei,  verhältnißmäßig
  geringe  Thalsenkungen,  die  von  Pilis-Szent-Kereßt  und  von  Szent-Lelek,  bezeichnet,
welche  ans  dem  Sattel  zwischen  dem  Pilis  und  dem  Dobogökö  bei  den  sogenannten  Zwei
Buchen  (Uöt  bükkla)  Zusammentreffen.  Südlich  von  dieser  Linie  ragt  die  höchste  Erhebung
der  Budapester  Gegend,  der  Pilisberg(757  Meter)  mit  seinem  von  Nordwest  nach  Südost
streichenden  Kalksteingrat  empor.  Durch  seltsame  Bildungen,  Höhlenreichthum  und  Wasserarmuth
  unterscheidet  er  sich  scharf  von  dem  weit  ausgedehnteren  Trachytgebirge.  Letzteres
hat  im  Dobogökö  (700  Meter)  seine  höchste  Erhebung  und  nördlich  von  diesem  Berge,
gegen  Dömös  und  Visegrad  hin  liegen  seine  schönsten  Einzelheiten.  Von  systematischen  Bergketten ­
  kann  auch  in  diesem  Gebirge  kaum  die  Rede  sein.  Es  hat  mehr  den  Grnppencharakter,
der  Dobogökö  und  Sankt  Ladislansberg  aber  sind  etwa  als  die  Knotenpunkte  dieser  Gruppen
zu  betrachten.  Die  Abhänge  fallen  steil  gegen  die  Donau  ab  und  erweitern  sich  an  mehreren
Stellen  zu  einer  Art  von  Hochebenen,  die  sich  trotz  ihrer  hohen  Lage  als  geeignet  für  den
Ackerbau  erwiesen  haben.  Die  Abhänge  erscheinen  überall  mit  dichten  Waldungen  bedeckt,
unter  denen  die  uralten  Buchenwälder  des  Pilisberges  die  schönsten  sind.  Auf  den  steileren
Abfällen  geben  die  Wälder  riesigen  Felsgruppen  Raum,  welche  selbst  noch  im  Trachytgebirge ­
  die  für  den  Kalkstein  charakteristischen  bizarren  Bildungen  erkennen  lassen.  Lange
und  tiefe  Thäler  wühlen  sich  in  das  Gebirge  ein  und  in  ihnen  sprudelt  es  von  reichen
Wasseradern.  Menschliche  Wohnungen  trifft  man  in  diesen  Thälern  selten.  Außer  zwei
ärmlichen  Dörfern  (Pilis-Szent-Läßlö  und  Huta-Szent-Lelek)  bemerkt  man  nur  hie  und
da  die  Hütte  eines  Waldhegers.
Die  übrigen  Ortschaften  haben  sich  an  den  Fuß  des  Gebirges  hinabgezogen  und  die
am  Donau-Ufer  gelegenen  erfreuen  sich  eines  gewissen  Wohlstandes.  Der  Lebensmittelmarkt
der  Hauptstadt  versorgt  sich  zum  Theil  von  hier  aus  und  dies  wird  zur  ständigen  Erwerbsquelle ­
  für  die  Bevölkerung  der  Gegend.  In  den  höheren  Theilen  des  Gebirges  sind  die
Wälder  die  Haupteinnahmsquelle  des  Volkes,  doch  ist  der  Kampf  um  das  tägliche  Brot,
wo  nicht  auch  andere  Mittel  zu  Gebote  stehen,  schwer  genug.  Ackerbau  zu  treiben  ist  im
größten  Theile  des  Gebirges  unmöglich,  und  wo  der  magere  Boden  doch  dem  Pfluge
zugänglich  geworden,  lohnt  er  schlecht.  Stellenweise,  so  namentlich  in  Bogdäny,  Visegrad
und  dem  Lepenczthal,  gibt  es  Kalk-  und  Kohlenbrennereien,  auch  Steinbrüche,  und  am
Ufer  der  Donau  ernährt  sich  eine  Schiffer-  und  Fischerbevölkerung.  Früher  war  die  Rebe
            
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