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Full text: Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild: Ungarn, Band 3

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dem fernen Afrika eingeführte Kokns- und Dattelpalmen, Kampherbäume und australische 
Feigen heimisch geworden und auch die Kamelie, die Azalea, der Granatapfel- und 
Citronenbaum fühlen sich in dieser der heißen Zone entrückten Pflanzengesellschaft völlig 
zu Hause. Der erlauchte Besitzer hat die schönen Exemplare, die er hier heimisch zu 
machen hoffte, und die seine Mühe meistens durch vollen Erfolg lohnten, der Pflanzenwelt 
von Afrika und Asien, ja Amerika und sogar Neu-Seeland entlehnt. Für die empfind 
licheren Pflanzen ist ein mit warmem Wasser gleichmäßig geheiztes Glashaus vorhanden 
und im Freien gedeiht selbst ein Orangenhain, der gegen die niederstürmende Bora durch 
ein leinenes Zeltdach geschützt wird. Erzherzog Josef ist in Ungarn der einzige Landwirth, 
der im Stande ist, seine Tafel mit Orangen eigener Zucht zu schmücken. 
Eine mächtige Steinmauer schützt den Garten gegen kalte Winde; hie und da 
erheben sich künstliche Ruinen und Terrassen mit herrlicher Aussicht auf Tersatto, die 
Schlucht der Fiumara, die ganze Hafenstadt und den blauen Quarnero. Der ungeheure 
Rundblick wird im Westen durch den hinter den dunklen Hainen von Abbazia aufsteigenden 
Monte Maggiore geschlossen. Auf der schönsten Terrasse bewahrt ein mit ungarischer, 
kroatischer und italienischer Inschrift versehener Denkstein die Erinnerung an den Besuch 
Ihrer Majestät der Königin Elisabeth am 14. Februar 1886. 
Die außerordentliche Üppigkeit des Pflanzenwuchses hat, wie der gastfreie Hausherr 
selbst seinen Besuchern zu erklären Pflegt, einen natürlichen Grund. Der Garten besitzt 
einen tief durch die harten Felsschichten des Karst gebohrten Brunnen, der mittelst eines 
geräumigen Bassins die zur Bewässerung der Anlagen dienende Wasserleitung speist. 
Der schaulustige Fremde vermag sich von diesem mitten in der Felsenöde hervor 
gezauberten südlichen Paradies kaum zu trennen, und auf den schattigen Pfaden dieses 
Asyls der Ruhe wandelt, namentlich im Frühling und Herbst, mit Vorliebe der Ober 
kommandant der ungarischen Honvedschaft, der auch hier wie in Alcsüth einen schlichten, 
nach ungarischer Art eingerichteten Haushalt führt. — 
Die großartigen Hafenanlagen, durch einen sicheren Wellenbrecher geschützt, mit 
Molos, Magazinen, Quais, Hebemaschinen, Eisenbahnschienen und allen Hilfswerken reich 
ausgestattet, bedecken in langer Reihe von Osten nach Westen den ganzen Strand der 
Stadt Fiume. 
Die ungarische Regierung hatte im Jahre 1870 wohl keine werthlosen, doch im Ver 
gleich mit den jetzigen dürftige Werke übernommen, kaum mehr, als den nach der Königin 
Maria Theresia benannten kurzen Wellenbrecher (äi^a) mit dem kleinen Molo Adamich und 
dem inneren Hafen. Nach der politischen Neuordnung begann alsbald, schon im Jahre 1872, 
der großartige Ausbau des Hafens von Fiume, ein Werk, das ungeheure Arbeit und Geld 
opfer kostete, aber, bei seinen gewaltigen Verhältnissen, noch immer nicht ganz vollendet ist.
	        
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