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Full text : Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild: Ungarn, Band 4

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die  hervorragendste.  Ihre  Baugeschichte  liegt  im  Dunkel.  Die  im  vorigen  Jahrhundert
bloßgelegten  Grundmauern  und  Säulcnbrnchstücke  bezeugen,  daß  an  dieser  Stätte,  in  der
Nähe  der  Grabkammer,  schon  zur  Römerzeit  eine  christliche  Kirche  bestand.  Im  Jahre  1064
wurde  Salomon,  Sohn  Andreas  1.,  in  der  Kathedrale  zu  Fünskirchen  gekrönt,  die  in  der
darauffolgenden  Nacht  niederbrannte.  Ob  dies  die  aus  römischer  Zeit  stammende  christliche
Kirche  war,  welche  die  Magyaren  wohlbehalten  vorgefunden  hatten  und  benützten,  oder
eine  zweite,  durch  St.  Stefan  gegründete,  oder  gar  eine  dritte,  von  König  Peter  errichtete,
das  ist  nicht  bekannt.  Nach  der  Feuersbrunst  wurde  eine  neue  Kirche  gebaut.  Man  fragt
sich,  ob  diese  etwa  die  noch  jetzt  erhaltene  sei  oder  ob  die  jetzige  zu  Ende  des  XI.  Jahrhunderts ­
  begonnen  und  zu  Anfang  des  XII.  beendigt  worden  oder  auch,  ob  sie  nicht
vielleicht  als  eine  Schöpfung  der  unter  Bela  III.  angegangenen  lebhaften  Bauthätigkeit
erst  im  letzten  Viertel  des  XII.  Jahrhunderts  entstanden  sei.  Ans  Mangel  an  Daten  gibt
es  auf  diese  Fragen  keine  Antwort,  und  zwar  umso  weniger,  als  Ungarn  in  keiner  so
intimen  Berührung  mit  der  mittelalterlichen  Baukunst  der  westlichen  Länder  stand  und
daher  auch  mit  der  Entwicklung  der  Architektur  nicht  so  Schritt  hielt,  daß  die  Formen  als
Beweis  für  die  Entstehungszeit  des  Bauwerks  dienen  könnten.
Der  Ban  erhebt  sich  auf  dem  sanften  Abhange  eines  südlichen  Ausläufers  der  Bergkette ­
  Mecsek,  hoch  über  der  Stadt  und  der  Baranyaer  Ebene.  In  seinem  ursprünglichen
Zustande  stellte  er  eine  frühromanische  Basilica  dar.  Sie  bestand  aus  drei  Langschiffen,
deren  jedes  am  östlichen  Ende  mit  einer  halbkreisförmigen  Apsis  schloß.  Die  innere  Länge
beträgt  66,  die  Breite  22  Meter,  wovon  auf  das  höhere  Mittelschiff  12,  auf  die  niedrigeren
Seitenschiffe  je  5  Bieter  kommen.  Alle  drei  Schiffe  hatten  Flachdecken.  Das  Mittelschiff
war  von  den  Seitenschiffen  durch  zwei  Reihen  von  je  sechs  Pfeilern,  die  aber  ungleiche
Zwischenräume  hatten,  getrennt.  Das  dem  Eingang  zunächststehende,  sowie  das  vierte
Pfeilerpaar  waren  an  ihren  vier  Seiten  durch  vorgelegte  Halbsäulen  gegliedert,  die  übrigen
Pfeiler  hatten  die  einfache  Prismenform;  die  Pfeilerfüße  zeigten  attisirende  Gliederung,
die  Pfeilercapitäle  ein  Blattornament,  hie  und  da  aber  auch  Figurenschmuck;  auf  den
Capitälen  ruhte  eine  aus  drei  Gliedern  bestehende  Deckplatte.
Im  Mittelschiffe  führten  bei  dem  vierten  Pfeilerpaare,  vom  Eingang  gerechnet,
Treppen  zum  höher  gelegenen  Sanctuarium  hinan.  Aus  jedem  Seitenschiffe  stieg  eine
Treppe  zu  der  unter  dem  Sanctuarium  befindlichen  Unterkirche  hinab.  Diese  ist  durch  zwei
einfach  und  derb  gehaltene  prismatische  Pfeilerpaare  gleichfalls  in  drei  Schiffe  getheilt,
deren  mittleres  gleichfalls  halbkreisförmig,  die  beiden  anderen  jedoch  geradlinig  abschließen.
Zwischen  den  vier  Pfeilern  befinden  sich  schlankere  Säulen,  wodurch  die  Zahl  der  Schiffe
auf  fünf  gebracht  wird,  und  auf  diesen  Säulen  ruht  das  Kreuzgewölbe  der  Unterkirche,
das  also  aus  25  Traveen  besteht.  Die  Säulen  haben  attisirende  Füße,  jedoch  segmentirte
            
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