178
sämmtlich mit schönem Wald bekränzt sind. Weiter westlich dringt die gut gehaltene Landstraße
Veßpröm-Zircz oberhalb des Ortes Rätöt in das Eplenyer Thal ein. An der Ostseite
dieses Thales erhebt sich der Ämös und an der Westseite der Käväs, beide bis zu
540 Meter. Als Nachbar des letzteren gipfelt sich der gerade auf Veßprem niederblickende
646 Meter hohe Papod-tetö empor, dessen durchaus schön bewaldeter Gipfel über die
Comitate Weißenburg und Tolna hinweg bis zur Donau sichtbar bleibt.
Vom Papod weiter löst sich diese nördliche Gruppe des Bakony schon in viele
Zweige auf. Dem Papod benachbart erblickt man den zur Gemarkung von Szentgal
gehörigen Berg Hajag, dessen mittlerer Gipfel, Fekete Hajag genannt, 650 Meter
erreicht. Hinter dem Hajag heben sich aus wellenförmigem Gebirge zwei Gipfel, die den
Namen Körös-Hegy führen. Der eine, über Gyertyankut, ist 570, der andere, über
Bakonybel, 713 Meter hoch, also ungefähr der höchste im Bakony. Er bietet einen fast
unbegrenzten Ausblick in der Richtung auf Papa und nach dem westlichen oder kleinen
Alföld. Im Norden erblickt man die Vorkarpathen und im Westen die Voralpen in
herrlichen Zügen, auch liegt ein großer Theil des Bakonygebirges offen vor dem Auge.
In der Nachbarschaft erhebt sich der Hajßabarna und ans der anderen Seite der Tarajos,
zwischen ihnen liegt die Anhöhe Papavar („Burg Papa"). Päpavär gehört dem innern
Bakony an. Heute ist da keine Spur einer Burg, doch stand einst in der Gegend die Burg
Bakony-Ujvär, welche die Raubritter Podmanitzky nach der Schlacht von Mohäcs ohne
Erlaubniß von Kaiser und Reich erbaut hatten, die jedoch auf Geheiß des Reichstages
von 1546 geschleift wurde. Von hier wendet sich die Bergkette nördlich und erreicht Szent-Laßlö.
Auf dieser Strecke sind die hervorragendsten Punkte der Durrogös über Homok-Bödöge
und der Keselyü über Fenyöfö.
Die eben skizzirte Bergkette legt vom Moörer Thale bis zum großen Körös-Berg
genau in der Richtung von Ost zu West etwa 70, von da aber nach Norden abbiegend
noch etwa 30 Kilometer zurück. So bildet sie zwei Seiten eines Dreiecks, hinter denen die
übrigen Gruppen des Gebirges liegen und sich im Zirczer Bezirke des Comitats verästeln.
Dringt man von Veßprem her durch das Thal des Sed und den Eplenyer Engpaß
vor, so gelangt man vor Allem nach Zir cz, dem Sitze der Cistercienserabtei. Diese scheint
zur Zeit Belas III. gegründet zu sein. Der Orden ist einer der reichsten im Lande, zur
Abtei von Zircz gehören auch die Abteien von Pilis und Paßtv und sie besitzt im
Veßpremer Comitat über 14.000, im Weißenburger über 40.000 ungarische Joch
Grundbesitz, aber auch noch in anderen Comitaten ungeheure Besitzungen, die zum Theil
vorzüglich bewirtschaftet sind. Mit dem hübschen, zweistöckigen Abteigebäude stehen ein
Seminar, das Kloster und die sehr schöne Abteikirche in Verbindung. Die geregelte Verwaltung
der Besitzungen wurde zu Anfang des vorigen Jahrhunderts eingeführt, an die