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Full text : Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild: Ungarn, Band 4

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sämmtlich  mit  schönem  Wald  bekränzt  sind.  Weiter  westlich  dringt  die  gut  gehaltene  Landstraße ­
  Veßpröm-Zircz  oberhalb  des  Ortes  Rätöt  in  das  Eplenyer  Thal  ein.  An  der  Ostseite ­
  dieses  Thales  erhebt  sich  der  Ämös  und  an  der  Westseite  der  Käväs,  beide  bis  zu
540  Meter.  Als  Nachbar  des  letzteren  gipfelt  sich  der  gerade  auf  Veßprem  niederblickende
646  Meter  hohe  Papod-tetö  empor,  dessen  durchaus  schön  bewaldeter  Gipfel  über  die
Comitate  Weißenburg  und  Tolna  hinweg  bis  zur  Donau  sichtbar  bleibt.
Vom  Papod  weiter  löst  sich  diese  nördliche  Gruppe  des  Bakony  schon  in  viele
Zweige  auf.  Dem  Papod  benachbart  erblickt  man  den  zur  Gemarkung  von  Szentgal
gehörigen  Berg  Hajag,  dessen  mittlerer  Gipfel,  Fekete  Hajag  genannt,  650  Meter
erreicht.  Hinter  dem  Hajag  heben  sich  aus  wellenförmigem  Gebirge  zwei  Gipfel,  die  den
Namen  Körös-Hegy  führen.  Der  eine,  über  Gyertyankut,  ist  570,  der  andere,  über
Bakonybel,  713  Meter  hoch,  also  ungefähr  der  höchste  im  Bakony.  Er  bietet  einen  fast
unbegrenzten  Ausblick  in  der  Richtung  auf  Papa  und  nach  dem  westlichen  oder  kleinen
Alföld.  Im  Norden  erblickt  man  die  Vorkarpathen  und  im  Westen  die  Voralpen  in
herrlichen  Zügen,  auch  liegt  ein  großer  Theil  des  Bakonygebirges  offen  vor  dem  Auge.
In  der  Nachbarschaft  erhebt  sich  der  Hajßabarna  und  ans  der  anderen  Seite  der  Tarajos,
zwischen  ihnen  liegt  die  Anhöhe  Papavar  („Burg  Papa").  Päpavär  gehört  dem  innern
Bakony  an.  Heute  ist  da  keine  Spur  einer  Burg,  doch  stand  einst  in  der  Gegend  die  Burg
Bakony-Ujvär,  welche  die  Raubritter  Podmanitzky  nach  der  Schlacht  von  Mohäcs  ohne
Erlaubniß  von  Kaiser  und  Reich  erbaut  hatten,  die  jedoch  auf  Geheiß  des  Reichstages
von  1546  geschleift  wurde.  Von  hier  wendet  sich  die  Bergkette  nördlich  und  erreicht  Szent-Laßlö.
  Auf  dieser  Strecke  sind  die  hervorragendsten  Punkte  der  Durrogös  über  Homok-Bödöge
  und  der  Keselyü  über  Fenyöfö.
Die  eben  skizzirte  Bergkette  legt  vom  Moörer  Thale  bis  zum  großen  Körös-Berg
genau  in  der  Richtung  von  Ost  zu  West  etwa  70,  von  da  aber  nach  Norden  abbiegend
noch  etwa  30  Kilometer  zurück.  So  bildet  sie  zwei  Seiten  eines  Dreiecks,  hinter  denen  die
übrigen  Gruppen  des  Gebirges  liegen  und  sich  im  Zirczer  Bezirke  des  Comitats  verästeln.
Dringt  man  von  Veßprem  her  durch  das  Thal  des  Sed  und  den  Eplenyer  Engpaß
vor,  so  gelangt  man  vor  Allem  nach  Zir  cz,  dem  Sitze  der  Cistercienserabtei.  Diese  scheint
zur  Zeit  Belas  III.  gegründet  zu  sein.  Der  Orden  ist  einer  der  reichsten  im  Lande,  zur
Abtei  von  Zircz  gehören  auch  die  Abteien  von  Pilis  und  Paßtv  und  sie  besitzt  im
Veßpremer  Comitat  über  14.000,  im  Weißenburger  über  40.000  ungarische  Joch
Grundbesitz,  aber  auch  noch  in  anderen  Comitaten  ungeheure  Besitzungen,  die  zum  Theil
vorzüglich  bewirtschaftet  sind.  Mit  dem  hübschen,  zweistöckigen  Abteigebäude  stehen  ein
Seminar,  das  Kloster  und  die  sehr  schöne  Abteikirche  in  Verbindung.  Die  geregelte  Verwaltung ­
  der  Besitzungen  wurde  zu  Anfang  des  vorigen  Jahrhunderts  eingeführt,  an  die
            
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