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Full text: Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild: Ungarn, Band 4

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System construirte Presse noch vorhanden ist, wurde um 1570 errichtet und war im 
Jahre 1577 bereits in Thätigkeit, da in diesem Jahre ein Buch David Hußärs, refor- 
mirten Geistlichen zu Papa, daselbst gedruckt wurde. Diese Druckerei gehörte immer der 
Hochschule. Nach vielen Widerwärtigkeiten wurde schließlich im Jahre 1660 sowohl die 
Kirche, als auch die Hochschule durch den Grundherrn aus Papa verdrängt. Vergebens 
bestimmte der Reichstag von 1681, daß die Resormirten in Papa sich Kirche, Schule 
und Pfarrhaus bauen dürfen, die Unduldsamkeit des mächtigen Magnaten und Palatins 
Fürsten Paul Esterhazy war stark genug, dies zu verhindern. Zwar wurde auf dem 
Privatgrund eines Edelhoses eine Kirche ohne Thurm und Glocke gebaut, auch wurde 
eine kirchliche Organisation eingeführt, die Hochschule jedoch konnte erst auf Grund des 
-voleranzedicts Kaiser Josefs II. an ihre alte Stätte zurückoerlegt werden, und zu dieser 
Zeit baute auch das Bisthum das alte Collegium in der jetzigen Collegiumgasse, das bis 
zum Jahre 1848 ein Unter- und Obergymnasium, eine theologische und philosophische 
Facultät, sowie eine Rechtsakademie umschloß. Auch die Römisch-Katholischen haben 
hier ein blühendes Gymnasium, wo Mitglieder des Benediktinerordens von Martinsberg 
den Unterricht besorgen; ferner findet man ein Barmherzigenkloster, ein Franciscaner- 
kloster, eine kleine, aber gut gedeihende evangelische Kirche A. C. und einen sehr schönen 
israelitischen Tempel. Die israelitische Gemeinde zählte früher 6000 Seelen und hat deren 
noch jetzt über 3000. Zu erwähnen ist auch die durch Johann Ranolder, einstigen Bischof 
von Vcßprem, gegründete Töchter-Erziehungsanstalt, in der die Grauen Schwestern den 
Unterricht versehen. Die frühere Bevölkerung von Papa war größtentheils deutsch. Die 
Gewerbe standen in Blüte, doch konnten in die meisten Zünfte nur Römisch-Katholische 
Aufnahme finden. Und daran konnten auch die geltenden Gesetze nichts ändern und eben 
sowenig die Vertretung des Comitats, die in der alten Ndelswelt zwar größtentheils aus 
Protestanten bestand, den mächtigen Grundherren, den Grafen Esterhazy gegenüber 
jedoch zu schwach war. Unter den gewerblichen Classen waren nur die Csizmenmacher, 
Kürschner, ungarischen Schneider, Knopsmacher und Csutoramacher Magyaren. Gegen 
wärtig befindet sich der Wohlstand der Stadt sehr im Rückgänge. Selbst die Juden, in 
deren Händen sich besonders der Handel befand, wandern zahlreich aus; wohlhabend ist 
nur jener Theil der Bevölkerung, der auf seinen fruchtbaren Äckern Landwirthschaft 
betreiben kann. 
Nun aber kehren wir nach dem schon berührtenVäroslöd zurück, um den mittleren 
Bakony weiter zu durchstreifen. Väroslöd und die in seiner Nachbarschaft liegenden 
Dörfer Kislöd, Ajka und Ajka-Rendek waren einst reinmagyarische und größtentheils 
adelige Gemeinden; vor anderthalb Jahrhunderten jedoch wurden die Einwohner durch 
den Veßpremer Bischof Martin Birv von Padäny halb tauschweise, halb mit Gewalt
	        
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