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Full text : Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild: Ungarn, Band 4

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Am  Südabhange  des  Berges  liegt  die  Stadt  Somlyö-Väsarhely,  der  Mittelpunkt ­
  einer  großen,  in  mehrere  Comitate  übergreifenden  Fundational-Domäne.  Diese
Stadt  wurde  sammt  den  zugehörigen  Besitzungen  durch  Beta  IV.  den  Nonnen  der  Haseninsel ­
  verliehen.  Später,  doch  bereits  in  Ärpädischer  Zeit,  stand  hier  zu  Ehren  des  heiligen
Lambrecht  ein  Kloster  der  Prämonstratenser,  das  jedoch  im  Jahre  1514  den  Nonnen  von
Szegedin  überlassen  wurde.  Unter  die  Besitzungen  des  Klosters  gehörten  Loväß  und  die
am  Marczalflüßchen  gelegenen  Dörfer  Kis-Szöllös,  Csöß  und  Jßkäz.  Im  genannten
Jahre  siedelten  sich  18  Nonnen  ans  Szegedin,  durchgehends  urwüchsige  Magyarinnen,
hier  an.  Zu  der  Herrschaft  gehörten  übrigens  auch  Besitzungen  der  Karthäuser,  Pauliner,
Clarisserinnen  und  anderer  aufgehobener  Mönchs-  und  Nonnenorden.
Zum  mittleren  Bakony  gehörten  noch  das  in  nächster  Nähe  von  Veßprem  gelegene
große  adelige  Dorf  Szentkiraly-Szabadja,  die  gleichfalls  adeligen  Dörfer  Vamos
und  Töt-Väzsony,  endlich  Nagy-Vazsonykö.
Dieses  war  einst  Besitzthum  Paul  Kinizsi's,  des  berühmten  Heerführers  unter
Matthias  I.  Er  hatte  hier  seine  Burg  und  soll  mit  seinem  Kriegsgefährten  Mißlenovics
hier  begraben  sein.  Schatzgräber  haben  vor  etwa  einem  halben  Jahrhundert  sein  Grab
mit  seinem  Panzerhemd  und  Schlachtschwert  gefunden.  Die  alte  Burg  liegt  längst  in
Trümmern,  doch  war  der  massive  viereckige  Thurmbau  bis  in  die  neueste  Zeit  bewohnbar
und  ist  erst  vor  dreißig  Jahren  durch  Blitzschlag  abgebrannt.  In  der  Gemarkung  von
Nagy-Väzsony  liegt  der  zur  dortigen  Herrschaft  gehörige  Berg  Kab,  mit  seinen  600  Metern
die  höchste  Erhebung  des  mittleren  Bakony.
Vom  mittleren  Bakony  gelangen  wir  über  Ajka,  Berend,  Csöknt,  Padrag  und
Halimba  auf  eine  beinahe  parkartige,  reich  mit  Wald,  Wiesen  und  Bächen  geschmückte
Ebene,  die  schon  dem  westlichen  Alföld  angehört.  In  ihrer  Mitte  erhebt  sich  majestätisch
der  oben  geschilderte  Berg  Somlyö,  dessen  Name  aus  der  Zeit  zu  stammen  scheint,  da  der
Berg  noch  nicht  mit  Reben  bepflanzt,  sondern  mit  einem  Wald  von  Kornelkirschen  (»sorn")
bedeckt  war.  Auch  sonst  kommt  das  Wort  im  Veßprömer  Comitat,  wie  überhaupt
jenseits  der  Donau,  in  den  Namen  von  Bergen,  Wäldern,  Ortschaften,  Pußten,  häufig
vor,  es  findet  sich  sogar  im  Namen  eines  Comitats.  In  der  Gemarkung  von  Szentgal
gibt  es  zwei  Berge,  Namens  Somod.  Im  Eisenbnrger  Comitat  liegt  hinter  dem  Säg-Berge
  Kis-Somlyö.  In  Zala  führen  mindestens  15  Berge  Namen  wie  Somlyö,  Somod,
Somberek  u.  s.  w.  Ohne  Zweifel  hat  auch  der  Name  Nagy-Somlyö  diesen  Ursprung.
Die  größte  Stadt  des  mittleren  Bakony  und  zugleich  Hauptort  des  Comitats  ist
Veßpröm  (Weßprim)  am  Fuße  des  Papod-tetö  und  am  Rande  des  Thales,  das  den
mittleren  vom  nördlichen  Bakony  scheidet.  Veßpröm  ist  eine  uralte  Stadt.  Es  ist  auf  vier
Berg-  oder  Hügelrücken  erbaut.  Diese  sind:  nördlich  der  Temetö-Hegy  (Friedhofsberg)
Ungarn  IV.

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