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Full text: Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild: Ungarn, Band 4

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jetzt leider verheerten Sümcger Weingärten. Einer von diesen gehörte einst Alexander 
Kisfaludy, dessen Wohnhaus darin noch jetzt besteht. Dieser Dichter, dessen Liebesgedichte 
und heroische Erzählungen aus dem Leben der Adeligen von einst noch jetzt einen 
unwiderstehlichen Zauber ausüben, führt die Seele gar lockend durch vergangene Jahr 
hunderte voll lieber Erinnerungen, seine Dichtung vergoldet alle Herrlichkeiten des 
Plattensee's und Bakonys, die Burgruinen in Zala und Veßprem werden dein Geiste 
wieder lebendig und längst ausgestorbene Ahnengeschlechter erwachen zu neuen Kämpfen 
der Waffen und des Herzens. Kisfaludy ist ein Sprößling des Geschlechtes Csak, das 
an der Eroberung des Vaterlandes theilgenommen, er ist Mitglied einer großen und 
vornehmen Familie, die während des XV. und XVI. Jahrhunderts in vier Comitaten 
begütert war. Die Pietät der Nation hat ihm ein Denkmal errichtet. 
Am Fuße des Burgberges steht der um die Mitte des vorigen Jahrhunderts erbaute 
bischöfliche Palast, der keine ständigen Bewohner hat. Hier befindet sich dne einst werth 
volle Bibliothek Martin Birö's und das mehrere Jahrhunderte umspannende Archiv der 
bischöflichen Herrschaften. Die Stadt besitzt treffliche Mittelschulen und hübsche öffentliche 
Gebäude. In einer ihrer Gassen steht das adelige Haus Alexander Kisfaludy's, einfach 
und bequem, mit seinem Gärtchen und den alten Bäumen darin, ganz so wie es vor einem 
halben Jahrhundert war, als der Dichter darin für immer die Augen schloß. 
Von Sümeg südwärts gelangt man durch ein schönes, breites Thal alsbald zu der 
Csärda und dem Meierhof von Hidegkut, über denen sich im Osten die Ruinen der 
Burg Tatika erheben. Diese bestand einst aus mehreren Haupt- und Nebengebäuden und 
gehört zu den bedeutenderen Höhenburgen des Mittelalters. Sie wurde, obgleich sie in 
den letzten Kurntzenkämpfen keine Rolle gespielt hatte, gleichzeitig mit Csobäncz und 
Sümeg im Jahre 1713 geschleift. Nach dem Aussterben der Familie Tatika war sie un 
Jahre 1400 von König Sigismund dem Sohne Pethö (Peter) Gersei's, Johann, geschenkt 
worden und dann 360 Jahre hindurch bis zum Erlöschen dieses Geschlechtes in deren 
Besitze verblieben, woraus sie an den Keßthelyer Zweig der Festetits überging. 
Die Geschicke der Burg Rezi sind, wenigstens seit dem XIV. Jahrhundert, ähnlich 
wie die von Tatika. Auch ihre Herren sind die nämlichen. Sie ist wie Tatika eine mittel 
alterliche Felsenburg, allerdings eine weit kleinere. Ihre morschen Trümmer erheben sich 
südlich von Tatika an der Nordscite des Dorfes Rezi, auf der hohen Kupsw eines dicht 
bewaldeten Berges. In den Sagendichtungen Kisfaludy's hat auch ste ihre Stelle. 
Westlich von Rezi fließt geradeaus gegen Süden der Gyöngyös-Bach, der im 
Moorlande am Fuße von Tatika entspringt und sich bei Vindornyafok Mit dem 
bei Kis-Görbö entspringenden Görbö-Bach und dem Vindornya-Kanal vereinigt. 
Bei Keszthely nimmt er das Warmwaffer des Heviz-Kanals auf und fließt im Bette
	        
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