Skip to main content Jump to sidebar
MAK

Full text : Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild: Ungarn, Band 4

248

Nördlich  von  Hahöt,  etwa  zwölf  Kilometer  weiter,  liegt  in  dem  nämlichen  Thale
Pö  löste.  In  der  Türtenzeit  war  die  dortige  Veste  ein  wichtiger  Grenzplatz;  sie  verfiel
zn  Anfang  des  vorigen  Jahrhunderts  und  ihr  Andenken  lebt  jetzt  nur  noch  im  Namen
ihrer  Puszta  Varhely  (Burgstätte).
Rajk  liegt  gleichfalls  im  Hahöter  Thale  östlich  von  Hahöt  am  jenseitigen  Abhang
des  Thales  längs  der  Eisenbahn.  Es  besteht  aus  zwei  Dörfern,  die  jetzt  Felsö-  und  Alsö-Rajk
  heißen.  Hier  stiftete  ein  Ahnherr,  Michael,  der  Familie  Banffy  von  Lendva  im  Jahre
1255  zu  Ehren  der  heiligen  Jungfrau  die  Rajker  Propstei  der  Prämonstratenser.  Diese
Propstei  war  jedoch  zur  Zeit  der  Mohäcser  Schlacht  schon  völlig  verschwunden.  Die  Burg
von  Felsö-Rajk  stand  zwischen  Sümpfen  und  war  Grenzplatz;  über  ihren  Standort  geht
jetzt  die  Eisenbahn.
Szemenye,  an  der  Einmündung  des  Kerka-Baches  in  die  Mur,  war  gleichfalls
Grenzfestung.  Jetzt  bildet  es  zwei  nahe  znsammengebaute  Dörfer,  Felsö-  und  Also-Szemenye.

Alsö-Lendva  liegt  im  Murthal,  einer  hydrographisch  hochinteressanten  Gegend.
In  dem  Dreieck,  das  sich  bei  dem  Zusammenfluß  der  Kerka  und  Lendva  gebildet  hat,
befindet  sich  ein  welliges  Gebirge  von  70  Quadratkilometer  Flächeninhalt,  in  dessen
Schluchten  fünf  kleine  Dörfer  nisten;  es  erhebt  sich  etwa  500  Fuß  über  die  Thäler  der
Kerka  und  Lendva  und  ist  reich  an  herrlichen  Kastanienwäldern  und  Obstgärten.  An  seinem
westlichen  Fuße  liegt  Alsö-Lendva,  einst  in  einem  Gewirr  von  hundertfach  zerfaserten  Wasserlänfen
  und  ewig  überschwemmten  Sümpfen  verloren,  jetzt  an  den  Ufern  von  fünf  Kanälen,
die  all  dieses  Gewässer  ableiten,  sicher  hingelagert.  Von  seiner  einstigen  Burg  hat  man  die
herrlichste  Aussicht  gegen  Nord,  West  und  Süd.  Wie  ehedem,  so  bildet  es  auch  jetzt  mit
Lenti  vereinigt  das  Haupt  einer  ungeheuren  Domäne,  welcher  82  Dörfer  und  Flecken  mit
120.000  ungarischen  Joch  angehören.  Seit  nahezu  200  Jahren  ist  dies  ein  Besitz  der
Fürsten  Esterhazy,  der  bald  nach  dem  Tode  des  letzten  Banffy  von  Lendva  durch  den
Palatin  Fürsten  Paul  erworben  wurde.
Nordwestlich  von  Alsö-Lendva  in  einer  Entfernung  von  zehn  Kilometer  liegt  am
Kerka-Ufer  die  Ortschaft  Lenti,  in  alten  Urkunden  auch  Nemty  und  Nempthy  genannt.
Nach  dem  Falle  Kanizsas  war  dieser  Platz  der  Schutz  Steiermarks  und  Österreichs  gegen  die
durch  das  Mur-  und  Kerkathal  einbrechenden  Türken.  Aus  diesem  Grunde  lenkt  der  Reichstag ­
  schon  1613  die  Aufmerksamkeit  des  Königs  auf  die  Nothwendigkeit,  Nemti  und
Egervär  zu  nehmen  und  mächtig  zu  befestigen,  sowie  überdies  auch  Keszthely,  Szigliget,
Csobäncz,  Zalavar  und  Pölöske  vertheidigungsfähig  zu  machen.  Der  König  verfügte  sonach,
mit  Einwilligung  der  Reichstage  von  1625  und  1630,  daß  Nemti  durch  eine  steirische
Besatzung  ans  Kosten  Steiermarks  vertheidigt  werde.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.