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Full text: Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild: Ungarn, Band 4

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Wein in großen Mengen, während unterhalb die ans dem Baranyaer Mecsek Herüber 
ftreichende, ans hartem Lehm gebildete Szegzarder Bergkette von dem berühmten Decser 
Weißwein und dem noch berühmteren dunklen Szegzarder Rothwein überströmte, ehe 
die Phylloxcra das Meiste und häufige Hagelschauer auch noch den Rest vernichteten. 
Wald ist wenig vorhanden, und das Wenige besteht aus den Eichengruppen, die noch hier 
und dort zwischen den in das Sarközseg fallenden Windungen des unteren Donaulaufes 
hervordunkeln und, zum größeren Theile, aus den von selbst aufsprießendeu Weichholz 
wäldern; selbst unter diesen ist die herrschende Gattung der sogenannte „Malatibaum", 
diese wenig nutzbare Weidenart, die überall au den Ufersäumen im Hinterhalte steht, um, 
sobald die Donau irgendwo eine Sandbank aufwirft, auf dieser ihre Fahne aufzupflanzeu, 
sie als erste Besitzergreiferin zu besetzen und keinerlei fremdes Element bei sich zu dulden, ja 
selbst dem Vogel kein Nest in ihrem Gestrüppe zu gönnen. Die Pferde des Gebiets sind 
weithin berühmt und es gab eine Zeit, als die Bauerupreise der Pferde-Ausstellungen an 
lauter Tolnaer Fohlen kamen; auch wird dieses schöne Thier noch jetzt stark ausgeführt, 
in der Richtung auf Stuhlweißenbnrg, aber zumeist von den Landungsplätzen der Donau 
aus. Was nicht von diesen Uferpunkten abgeht, dem wird selten der „Paß" zutheil, und 
der beschädigte Eigenthümer mag dann sein verlorenes Gut suchen, „bald in Szabadka, 
bald in Kikinda". Noch höher werden die Bonyhader Kühe geschätzt, die durch Kreuzung 
der schweizerischen und ungarischen Racen erzielt und gegenwärtig bereits in Tolna und 
Baranya verbreitet sind — ein beliebter und gesuchter, gut weidender, kräftiger, leicht zu 
behandelnder und im Joch besonders brauchbarer Schlag. Die Schafzucht wurde, als der 
fette Rasen noch nicht durch den Pflug zerrissen war, durch Großpächter, sogenannte Schaf 
herren betrieben; solche gibt es jetzt nicht mehr und die Herrschaften üben diesen ergiebigen 
Zweig der Landwirtschaft selber aus. 
Große Städte hat das Gebiet keine, wohl aber starke und volkreiche Gemeinden, 
die sämmtlich von der Donau her zu sehen sind. Alle sind sie alte Städte, ursprünglich 
römische Kolonien längs der alten Römerstraße von Ofen nach Esseg. Ihre Bevölkerung 
treibt Handel und Gewerbe, die große Mehrzahl freilich Wein- und Ackerbau. 
Fährt man von Budapest zu Schiffe die Donau hinab, so erscheint zuerst Duna- 
Földvär, die äußerste Nordgrenze des Tolnaer Comitats und zugleich des Bisthums 
Fünfkirchen. Die Grundherren der ausgedehnten, an Gemüsen, Obst, Wein und Getreide 
reichen Gemarkung dieses Ortes waren einst die Benediktiner, heute gehört sie der 
Budapester Universität. Der Ort liegt auf einem hohen Hügel an der Donau und ist 
stattlich von einem alten viereckigen Thurm überragt, dem letzten Rest der in der 
ÄrpLdenzeit bestandenen Abtei. Die Bevölkerung sind römisch-katholische Magyaren, etwa 
15.000 Köpfe. Weiter stromab folgt, gleichfalls an der Donau, vor sanft niedergleitenden
	        
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