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für 100 Pferden, s. w. dankte man hauptsächlich dem zahlreichen, glänzend begüterten
Somogyer Adel. Die Bürger folgten diesem Beispiel. Die Kapos-Au wurde regulirt,
zahlreiche Bauten entstanden, die Pfarrkirche ist prächtig erneuert und ihr gegenüber steht
Bischof Ranolders Klosterschule; das Comitats-Waisenhaus und das Comitats-Kranken-
haus, die Honvödkaserne, das Militärspital nebst Kaserne und unten im Thale die
Zuckerfabrik der Kreditbank, welche die Herrschaft Kaposvar in Pacht hat, sind
ansehnliche Schöpfungen. Dieser Fabrik führen die Eisenbahnen, besonders die eigens dazu
erbaute Mocsolader Flügelbahn durch hundert Tage täglich fünfzig Waggons voll
Rohstoff, zusammen eine halbe Million Centner zu.
Noch drei Städte des Comitats sind von Bedeutung: zuerst das historische
Szigetvar, dann Nagy-Bajom mit 5000 Einwohnern in der Mitte des Comitats,
ein breitstraßiges Städtchen von Alföldcharakter, dessen ebenes, sandiges Gebiet von
40.000 Joch das größte in SoMogy ist. Benachbart liegt einerseits Särd mit der nahen
Ruine von Korokna, andererseits Jäkö, die höchste sandige Wasserscheide von Somogy.
Die dritte Stadt ist Barcs-telep (Colonie Bares), aus einem Dörfchen mit amerika
nischer Geschwindigkeit zu jenem gewaltigen Emporium am linken Dran-User angewachsen,
das durch zwei Brücken mit Slavonien verbunden ist. Hier sind die Getreidemagazine der
Budapester Disconto- und Wechslerbank mit einem Verkehr von mehr als einer Million
Metercentner Getreide; die Sägemühle und Holzniederlage einer französischen Gesellschaft
mit einem festen Stande von 100 Arbeitern versendet ihr Erzeugniß nach Frankreich; die
Wiener Unionbank und drei andere große Firmen halten Niederlagen von Faßdauben und
Bauholz und verfrachten jede jährlich ihre 600 Waggons. Eine Ziegelei, Kunstmühle,
Sparcasse, Schweinemästerei kommen hinzu. Die Drau-Dampfschiffahrtsgesellschaft hat
hier ihren Directionssitz. Der gesammte Frachtverkehr von Bares ab beträgt an vier
Millionen Metercentner, so daß Bares unter allen Südbahnstationen nach Wien und
Triest der verkehrsreichste Punkt ist.
Der Wagenverkehr im dichtbewaldeten Somogy, aber auch ans dem schwarzen und
gelben Lehm der offenen Felder war früher eine harte Sache, obgleich dafür eigene
kurze, hohe Wagen mit schmalem Radkranz erfunden wurden. Selbst jetzt noch ist es weit
bis zu einem vollständigen Straßennetz des steinlosen Comitats. Sehr werthvoll sind die
80 Kilometer Backsteinstraße von Kaposvär gegen Groß-Kanizsa hin. Älter sind die
Landstraßen längs des Plattensee's und des Kapos, noch älter die sandige Straße längs
der Drau. Die Eisenbahn betritt das Comitat an sechs Punkten, wobei sie aber den
oberen Theil nur berührt.
Die Südbahn tritt bei Siöfok über den Siö ein. Siöfok „lebt in Veßpröm und
stirbt in Somogy", das heißt, die Stadt gehört zu Veßprem, ihr Friedhof aber liegt