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Full text: Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild: Ungarn, Band 4

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Tropfsteingebilden und Versteinerungen reiche Berggebiet von Vereinen. Der isolirte 
Stock ist nur durch einen schmalen Erdrücken mit dem Harsänyer Berg verbunden und 
übrigens auch als geschichtlicher Beweis jener Teufelsackerung von Wichtigkeit. Als 
nämlich der Teufel Fersengeld gab, siel das Erdreich schollenweise aus seinen Bund 
schuhen, so daß es sich zu jenem schmalen Erdrücken aufhäufte; und als er endlich sah, 
daß er nicht vkrfolgt wurde, saß er nieder und schüttelte die Erde ans seinen Schuhen, 
den ganzen Beremener Berg; und das mag auch wahr sein, denn dieser besteht aus 
Kalkstein und Lehm, genau wie der Harsänyer Berg. 
Und noch ein kleiner Lehmberg, doch ohne Kalkstein, wölbt sich zu Füßen der 
Bergkette, ein paar Kilometer östlich von Siklös: der Göntör. Ein hübsch geformter 
runder Hügel, der etwa 20 Joch bedeckt und in regelmäßigem Wechsel Getreide und 
Wein liefern muß. Sein flacher Gipfel ist alljährlich in der Nacht vom 13. zum 14. August 
der Schauplatz eines feenhaftes Festes. Das ist die Gönterer Kirchweih, zu der die 
Serben von Baranya, besonders deren Jugend, sich nachts einzufinden pflegen. Das 
feine weiße Linnen der serbischen Nationaltracht flattert blendend um die kräftigen 
Glieder der Burschen und der strammen Mädchen, welche schaarenweise, meist zu Fuß, 
herbeigezogen kommen. In den nahen magyarischen Dörfern machen sie Halt und werfen 
sich da erst in den Feststaat; es ist gar hübsch, wie in jedem Hause vier oder fünf 
serbische Mägdlein große Toilette machen und sich für die Schönheitsconcnrrenz 
schmücken. Der ernste Theil des Festes nämlich, die heiligen Verrichtungen: Messe und 
Gesang dauern bis Mitternacht; dann treten Musik, Gesang, Tanz in ihr Recht, Burschen 
und Dirnen fassen sich zu Hunderten an den Händen. Fackelschein umflattert den Reigen, 
bis der Morgen rosig heraufsteigt. Wein und Bier fließen dabei in Strömen, doch die 
sonst heißblütige Jugend hält auf Anstand und Sitte, höchstens daß diesem oder jenem 
Graukopf oder Tolpatsch etwas Menschliches passirt. Die Besseren halten sich im Zaum 
und die Ordnung aufrecht. Nie kommt es zum Wortstreit. Diese Kirchweih, nach 
griechisch-orientalischem Kalender am zweiten August, in der Nacht zu St. Stephanus 
Martyr, feiert das Gedächtniß des Stephan Stiljanovics, der unter Wladislaw il. vor 
den Türken nach Ungarn flüchtete und von dem König die Burg Siklös als Donation 
erhalten haben soll. Er war weder heilig, noch geistlich, wohl aber ein großmüthiger und 
weiser Mann, der mit allen zehn Fingern Gutes that und zuerst hier begraben, nachmals 
aber, so heißt es, im Kloster Sisatoväcz beigesetzt wurde. 
Mit der Villäny-Siklöser Bergkette steht durch einen kaum merklichen Erdrücken auch 
die dritte kleine Bergkette in Verbindung. Dies ist das B arany avär-B atinaer oder auch 
Alsö-Baranyaer Gebirge, das zwischen den beiden in seinem Namen genannten Städtchen 
in der Länge von 15 Kilometer, ohne alle Verzweigungen, zur Donau hinausstreicht.
	        
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