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jcdoch versagt ihm Alles und läßt ihm zuweilen nur den Neid und etwas Spottsucht. Der
karge Boden läßt keinen Bauern wohlhabend werden und auch die Städter finden nur
an wenigen Punkten günstigere Bedingungen; so haben es die Hienzen zu keinem hin
reichend bestimmten socialen Charakter gebracht, dagegen verstehen sie es überall, sich den
Verhältnissen anzuschmiegen. Allein durch denselben Kampf ums Dasein ist der Hienze ini
Allgemeinen tüchtig, nüchtern, pflichtbewusst, religiös, arbeitsfähig, abgehärtet und anstellig
geworden. Er ist vornrtheilslos und nicht beschränkt, obgleich er an seinen Überlieferungen
und der Heimat hängt. Dem Fremden gegenüber zurückhaltend und verschmitzt, ist er dem
Freunde desto treuer und schasst sich ein intimes Familienleben. Auf seine blühenden
Schulen verwendet er große Sorgfalt. Der Hienze ist geborener Pädagog, der trefflichste
Lehrer. Die Volksbildung steht auf hoher Stufe. Das Land dankt den Hienzen gar
viele treffliche und einige hervorragende Männer. Der ganzen Welt habe sie den Klavier
könig Liszt und den Fürsten der Anatomen, Hhrtl, geschenkt. Und wie diese, obgleich
sic nicht ungarisch konnten, sich selbstbewußt als Ungarn bekannten, so sympathisirt der
Hienze überhaupt, obgleich seiner eigenen Sprache treu, mit dem Magyaren, lernt gern
dessen Sprache und schickt sein Kind eigens „ins tuife Jngerland", um es ungarisch
lernen zu lassen.
Auch in seiner Tracht ist etwas Ungarisches. Die Hose ist gewöhnlich anliegend,
oft verschnürt, früher (in Ödenbnrg auch gegenwärtig) aus Leder, jetzt aus dunklem Tuch,
und steckt meist in hohen Stiefelschäften. Dazu trägt er eine bis an den Hals zugeknöpfte,
dicht mit Bleiknöpfen besetzte „Weste" aus dunkelblauem Tuch und über dieser einen
weniger dicht mit Knöpfen benähten „Janker", auf dem Kopfe einen runden Hut mit
breiter Krämpe, zuweilen auch eine schlafmützenartige Mütze (im Winter bisweilen unter
dem Hute.) Der verheiratete „Hauer" von Güns trägt über dem Feiertagsgewand noch
den weiten faltenreichen Mantel mit großem Kragen aus dunkelblauem Günser Tuch.
Früher trug man auch hellblaue, mit Fuchspelz verbrämte Mäntel. Die weibliche Tracht
ist einfach, ohne besonderen Zierat; zu feineren Stickereien und dergleichen hat man
keine Zeit. Frauen und Mädchen tragen einen langen, vielgefältelten, hie und da
hellfarbigen, meist aber gleichfalls dunkelblauen Percailrock und einfaches Mieder. Der
Kopf ist zngebnnden, selbst in der Stube. In Güns tragen sie zwei Tücher, das untere
auf Haubenart über den Zopfwickel gezogen. Das weiße Feiertagstuch („Fetzen") ist nur
noch selten zu sehen. Die Mädchen flechten sich an vielen Orten einen Zopf, doch gebührt
dieser in manchen Gegenden nur den unbescholtenen.
Kommt man aus kroatischer Gegend, so ist man überrascht von der Nettigkeit
und Sauberkeit des Hienzenhauses. Wer aber von Westen kommt, findet es nach den
bnrgartigen, stockhohen Gebäuden des reichen steierischen Bauern wohl unansehnlich.