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Full text : Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild: Ungarn, Band 4

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erstattete.  Im  folgenden  Jahre  wurde  eine  neue  Commission  entsandt,  welche  die
Regulirungspläne  bereits  feststellte.  Der  Widerstand  des  Preßburger  Comitats  verhinderte
indeß  deren  Ausführung.  Dann  ließ  im  Jahre  1821  die  Pälffy'sche  Herrschaft  Pläne
zur  Regulirung  der  Donau  zwischen  Hamburg  und  Gütor  ansarbeiten,  die  freilich
gleichfalls  auf  dem  Papiere  blieben.  Mittlerweile  aber  hatte  bereits  der  königlich  ungarische
Statthaltereirath  die  Regulirnngsangelegenheit  in  die  Hand  genommen  und  wünschte  die
Arbeit  einheitlich  ans  die  ganze  Donau  zu  erstrecken.  Er  verlangte,  daß  die  ganze  ungarische
Donau  auf  einmal  regulirt  werde,  und  zwar  auf  einer  Grundlage,  welche  jahrzehntelange
Vorstudien,  Messungen,  Aufnahmen  und  Projectirungen  nothwendig  machte.
Wie  hätte  man  auch  an  die  Regulirung  der  Donau  gehen  können,  ehe  man  auch
nur  ihren  Lauf,  ihr  Bett,  die  Eigenheiten  ihrer  Strömung  u.  s.  w.  hinreichend  kannte!
All  dies  mußte  vorher  studirt  werden,  dann  erst  konnte  man  feststellen,  was  zu  geschehen
habe.  Der  königlich  ungarische  Statthaltereirath  erließ  daher  von  1816  bis  1823  und  dann
im  Jahre  1830  mehrere  Verordnungen  zum  Zweck  der  Mappirung  und  hydrographischen
Aufnahme  der  Donau,  wobei  auch  die  Geschwindigkeit  der  Strömung  und  die  Menge  des
abfließenden  Wassers  festzustellen  war.  Zu  diesem  Behnfe  wurde  ein  eigenes  Bureau  für
die  Mappirung  der  Donau  errichtet.  Die  Donau  wurde  von  Petronell  in  Österreich
angefangen  bis  zur  einstigen  Trajansbrücke  bei  Turn-Severin  sowohl  topographisch  als
auch  geo-  und  hydrographisch  ausgenommen,  ihr  Überfluthungsgebiet  und  Strombett,  die
Tiefe  ihres  Wassers  und  die  Eigenthümlichkeiten  im  Fallen  ihres  Wasserspiegels  erforscht
und  ausgemessen,  die  sekundenweise  Geschwindigkeit  ihrer  Strömung  und  die  Menge  des
bei  verschiedenen  Wasserständen  in  ihrem  Bette  ablaufenden  Wassers  bestimmt  und
überhaupt  eine  so  hervorragend  fachmännische  Arbeit  über  die  ganze  Donau  fertiggestellt,
daß  sie  selbst  noch  in  der  jetzigen,  viel  weiter  vorgeschrittenen  Epoche  der  technischen
Wissenschaft  sich  glänzend  bewährt.  Sie  gereicht  dem  Chefingenieur  Otto  Hieronymi  als
Leiter  des  Mappirungsbureaus  und  dem  Schiffahrtsinspector  Paul  Väsärhelyi,  welche  die
geistigen  Leiter  dieses  großen  Werkes  waren,  durchaus  zur  Ehre.  Die  Ausnahmen
begannen  1823  und  waren  1840  für  die  Regulirnng  der  ganzen  Donau  beendigt.
Als  im  Jahre  1830  die  Aufnahmen  und  Regulirungspäne  für  die  obere  Donau
fertig  waren,  verfügte  der  königlich  ungarische  Statthaltereirath  durch  Erlaß  vom
5.  Juli  1831  die  Regulirnng  des  Donau-Abschnittes  zwischen  Preßburg  und  Gütor  auf
Grund  eines  Voranschlages  von  1,929.757  Gulden  Conventions-Münze.  Die  Regulirnng
wurde  denn  auch  1832,  vorläufig  zwischen  Preßburg  und  Gütor,  dann  1837  zwischen
Gütor  und  Vüuek  thatsächlich  begonnen,  und  zwar  durch  Verengerung  des  übermäßig
breiten  Bettes,  Abschließung  der  Nebenläufe  und  blinden  Arme,  sowie  Befestigung  der
bröckligen  Ufer.  Und  kaum  waren  einige  Jahre  verflossen,  die  Arbeiten  waren  noch  im
            
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