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Full text : Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild: Ungarn, Band 4

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größere  Investitionen  die  Production  steigern.  Südwestlich  vom  Leithagebirge  befinden
sich  zwei  Lignitlager,  beide  fürstlich  Eszterhazy'scher  Besitz.  Das  eine,  bei  Neufeld  (Lajta-Ujfaln),
  ist  2'857  Quadratkilometer  groß  und  liefert  etwa  eine  Million  Metercentner
jährlich.  Das  andere,  südöstlicher  in  der  Gemarkung  von  Pötsching  (Pecsenyed)  gelegen,
ist  nicht  mehr  ansgebeutet,  da  es  namentlich  bei  Regenwetter  durch  einstürzende  Sandmasfen
  verschüttet  wird.
In  der  Hügclgegend  wie  in  der  Ebene  findet  sich  stellenweise  vorzüglicher  Lhon,
der  sich  für  Backsteine  und  Gefäße  eignet.  Im  vorigen  Jahrhundert  wurden  zu  Eisenstadt
sehr  hübsche  Majolikagefäße  verfertigt,  doch  ist  diese  Kunst  in  Vergessenheit  gerathen.
Vortrefflicher  Thon  kommt  in  Stoob  (CsLva)  vor,  wo  mit  Unterstützung  der  Regierung
eine  Schule  für  Thonindnstrie  errichtet  wurde.  Die  hier  fabrizirten  Gegenstände  sind  so
hübsch  und  dauerhaft,  daß  sie  guten  Absatz  finden.  In  der  Raabau  betreibt  Dör  die
Töpferei  nach  alter  Art.  Den  bedeutendsten  Aufschwung  jedoch  hat  die  Thonindustrie  in
der  Stadt  Ödenbnrg  genommen,  wo  zahlreiche  Dampfziegeleien  im  Betrieb  stehen  und  etwa
zehn  Millionen  Mauer-  und  Dachziegeln  jährlich  Herstellen.  Als  Specialität  hat  Ödenburg
die  dunkel-braungrün  emaillirten  und  glasirten  Dachziegel,die  mit  250  Gulden  da»  Lausend
bezahlt  werden.  Ihr  Hauptmarkt  ist  in  Nieder-  und  Oberösterreich  und  Steiermark.
In  der  Berg-  und  Hügelgegend  des  Ödenburger  Comitats  gibt  es  auch  Mineralquellen, ­
  unter  denen  neuerdings  die  von  Sauerbrunn  (Savanyuviz)  am  Fuße  des
Rosaliengebirges  sich  einen  Namen  gemacht  hat.  Sie  ist  ein  alkalischer,  schwacher,  nicht
viel  freie  Kohlensäure  enthaltender  Eisensäuerling.  Die  schöne  Lage  und  gesunde  Luft
ziehen  von  Jahr  zu  Jahr  mehr  Gäste,  besonders  aus  dem  nachbarlichen  Österreich,  heran
und  sie  lassen  sich  hier  hübsche  Landhäuser  bauen.  Als  heilkräftig,  namentlich  gegen  Gicht,
ist  ferner  die  der  Stadt  Ödenburg  gehörige  Schwefelquelle  von  Wolfs  (Balf)  bekannt.
Auch  die  schöne  Lage  sichert  ihr  starken  Zuspruch.  Ferner  hat  Leitha-Prodersdorf
(Lajta-Pordany)  eine  warme  Schwefelquelle,  neben  der  noch  eine  kalte  entspringt;  sie
wird  wegen  Gicht,  Nervosität  und  Frauenleiden  viel  besucht.  Die  ergiebigen  Schwefelquellen ­
  von  Groß-Höflein  (Nagy-Höfläny)  und  Gschieß  (Sercz)  werden  blos  zum
Trinken  benützt.  Kleinere  Schwefelquellen  kommen  im  Wald  von  Schattendorf  (Somfalva)
und  an  mehreren  Uferpunkten  des  Neusiedler  See's  vor.  Als  Tafelwasser  ist  das  alkalische,
ziemlich  viel  freie  Kohlensäure  enthaltende  Deutsch-Kreutzer  (Nemet-Keresztur)  so
beliebt,  daß  es  selbst  in  Budapest  und  sogar  in  Österreich  getrunken  wird.  Bei  Magenkatarrh ­
  thut  es  gute  Dienste.  Die  sonst  noch  im  Gebirge  und  am  Seeufer  vorkommenden
Mineralquellen  sind  nur  in  der  nächsten  Umgegend  bekannt.
Sämmtliche  Bergzüge  des  Comitats  sind  durch  verhältnißmäßig  kurze,  daher  steile
und  tiefe  Querthüler  gekennzeichnet,  die  den  Hauptgrat  in  zahlreiche  seitwärts  vorspringende
            
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