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steile Vorkuppen gliedern. Eine Menge Rinnsale und Bäche laufen durch die Thälcr,
einerseits nach dem Neusiedler See und dem mit diesem verbundenen Hansag, andererseits
der Rabnitz zu. Was an der Westseite des Rosalien- und Leithagebirges entspringt,
strömt zur Leitha hinab; eine der Hauptadern für die Wässer der Ostseite ist der Vnlkabach.
Dieser entspringt nördlich der Rosalienkapelle, an der nach Burg Forchtenstein
führenden Straße, aus dem wasserreichen B lankeleiten-Brunn en, fließt im Allgemeinen
von Südwest zu Nordost und fällt jenseits der nördlich von Oggau gelegenen Seemühle
in den Neusiedler See; er hat dort im Lauf der Jahrhunderte die Oggauer Heide gebildet,
die sich als ungegliederte Halbinsel in den See hinausbaut. Unterwegs nimmt die Vulka
eine Menge Gewässer auf, die aus dem Rosaliengebirge, aus der Hügelgegend zwischen
diesem und dem Leithagebirge, vom südöstlichen Abhang des Leithagebirges und aus dem
Hügelland zwischen der Hügelgruppe von Baumgarten (Kertes) und dem Rußter Hugelrücken
vom Leithagebirge kommen. Seine Mulde scheidet den Neusiedler Hügelrücken vom
Leithagebirge. Südlich von dieser Mulde entspringt der Kroisbach (Räkos), der den
Neusiedler Hügelrücken durchbricht, um dem See zuzueilen.
Der Neusiedler See (Fertö) ist nach dem Plattensee der größte See Ungarns.
Sein breites, längliches Becken zieht zwischen den Comitaten Ödenburg und Wieselburg
von Nord zu Süd. Seine größte Länge beträgt 36, die größte Breite 15 Kilometer; am
schmälsten, 6-5 Kilometer, ist er in der Mitte. Sein Flächeninhalt ist beim höchsten Wasserstande
335 Quadratkilometer, seine Höhe über dem Meeresspiegel 116 Meter, ^em
Charakter ist entschieden der eines Alföldsee's, der Grund sehr eben, das Wasser sehr seicht,
durchschnittlich 1 bis 2 Meter tief. Am tiefsten war er in den Jahren 1883 und 1884
als er den höchsten bisher bekannten Wasserstand erreichte: vier Meter zwischen Rußt und
Neusiedl (Nezsider), drei Meter zwischen Rußt und Kroisbach und noch südlicher zwei
Meter. Gegenwärtig ist er so seicht, daß man ihn überall durchwaten kann.
Über seine Entstehung laufen allerlei seltsame Sagen um; mau spricht von ;ech-,
ja zwölf Ortschaften, die das Wasser verschlungen haben soll. Andere führen seinen
Ursprung und wechselnden Wasserstaud auf die Donau zurück; er soll mit einem ihrer
österreichischen Strudel in Verbindung stehen. Verschiedene Gegenstände, welche d,e Donau
verschlungen, sollen im Neusiedler See aufgetaucht sein. Thatsache ist, daß die Wassermenge
sich oft änderte, ja es gab Zeiten, wo das Becken ganz austrockuete. In Urkunden de.
XIII. und XIV. Jahrhunderts kommt die Bezeichnung ME torteu-, Fertosluß, oft
vor; andere Urkunden dieser Zeit nennen ihn freilich Zueus« (See) oder einfach MM-r--(Wasser),
wobei aber zu bemerken ist, daß damals auch Mauth auf ihm er)o en wur e.
So verleiht der Sohn Georg Csaks, von 1235 bis 1240 Obergespan des Odeuburger
Comitats, die Mauth des Neusiedler See's dem Cistercienserkloster von der heiligen Maria.