Skip to main content Jump to sidebar
MAK

Full text : Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild: Ungarn, Band 4

412

die  andere  schwenkt  über  dem  Rosaliengebirge  und  den  Ödenburger  und  Landseer  Bergen
südöstlich  ab.  Der  herrschende  Wind  im  bergigen  Lande  ist  der  Nordwesst  in  der  Ebene
der  Nordwind;  der  Südwind  hat  im  Ödenburger  Comitat  eine  eigene  magyarische
Bezeichnung:  „Knkwind"  (Luüs^öi).
Auch  der  Pflanzenwuchs  ist  in  den  zwei  Comitatshälften  verschieden.  Im  Westen
überwiegen  Wald,  Obstgarten  und  Weinberg;  im  Osten  stehen  die  Getreidearten  voran.
Die  bewaldete  Fläche  beträgt  insgesammt  116.000  Katastraljoch.  Der  Laubwald ­
  überwiegt;  in  erster  Reihe  stehen  die  Eichenarten  (Stieleiche  und  ungestielte  Eiche,
Zerreiche  und  hie  und  da  die  weichhaarige  Eiche)  mit  58.104  Joch,  die  Roth-  und
Weißbuche,  Birke,  Weide,  Pappel,  Erle,  dann  die  Esche,  der  Ahorn,  die  Rüster  und
Akazie  auf  zusammen  32.000  Joch.  Die  Nadelhölzer  machen  25.800  Joch  aus.  Diese
werden  in  neuerer  Zeit  mehr  gepflanzt,  so  daß  diese  Verhältnißzahlen  sich  bald  sehr
geändert  haben  werden.  Der  gesammte  Holzertrag  macht  jährlich  an  200.000  Kubikmeter
aus.  Es  ist  meist  Brennholz;  Dampfsägen  befinden  sich  in  Lackenbach  und  Ödenburg.
Von  Edelwild  kommen  in  den  Wäldern  Hirsch  und  Reh  vor,  Damhirsch  und  Wildschwein
nur  in  Gehegen.  Unter  den  Vögeln  sind  Auer-  und  Birkhahn,  sowie  das  Haselhuhn  zu
erwähnen.  Häufig  vorkommende  Raubthiere  sind  Fuchs  und  Dachs.
Die  Obstgärten  machen  1'1  Procent  des  Comitatsgebietes  aus.  Das  Obst  ist
von  bester  Qualität  und  sehr  begehrt.  Darin  kann  sich  schwerlich  ein  anderes  Comitat
mit  dem  Ödenburger  messen.  Der  berühmteste  Obstgarten  ist  der  des  Grafen  Emerich
Szechenyi  zu  Horpäcs.  Die  Bewohner  der  Hügelgegend  beziehen  einen  großen  Theil
ihres  Einkommens  aus  dem  Obst,  das  seinen  Hauptabsatz  in  Österreich  hat.  Berühmte
Äpfel  und  Birnen  wachsen  in  den  Gemarkungen  von  Neustift  (Üjtelek),  Forchtenau  (Fraknö),
Rohrbach  (Nädasd),  Marz  und  Wiesen  (Retfalu).  Kirschen  verkaufen  die  Gemeinden
Breitenbrunn  (Szeleskut),  Purbach  (Feketeväros),  Donnerskirchen  (Feheregyhäza),
Gschieß  (Sercz),  St.  Jörgen  (Szent-György),  Rohrbach,  Siegraben  (Szikra),  Marz  und
Wiesen  jede  um  etwa  20.000  Gulden.  Noch  größer  fast  ist  der  Ertrag  der  Weichselkirschen, ­
  deren  Pflanzungen  sich  mit  denen  von  Baden  messen  können.  Kastanien  gibt  es
an  vielen  Punkten  des  Rosalien-  und  Ödenburger  Gebirges,  die  berühmtesten  sind  die
Forchtenauer.  Auch  Wald-  und  Garten-Erdbeeren  bilden  einen  guten  Handelsartikel,
ans  der  Wiesener  Gegend  allein  wurden  davon  im  letzten  Jahre  1100  Metercentner  nach
Wien  gebracht.
Das  Gebiet  des  Weinbaues  ist  etwas  größer  als  das  des  Gartenbaues  (1'73  Procent). ­
  Der  Wein  ist  meist  vortrefflich,  besonders  am  Neusiedler  See,  wo  die  ausgezeichneten
Rußter  und  Ödenburger  Weine  wachsen;  doch  hat  die  Phylloxera  auch  hier  schon
schlimm  gehaust.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.