Skip to main content Jump to sidebar
MAK

Full text : Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild: Ungarn, Band 4

472

d^es  Weinbaues  gehen,  wie  es  scheint,  auf  die  Römer  zurück.  In  den  Urkunden  aus
Ärpädischer  Zeit  geschieht  der  Weinbauer  im  Comitat  häufig  Erwähnung.  In  unserem
Jahrhundert  wurde  der  Weinbau  auf  etwa  5.700  Katastraljoch  betrieben,  doch  hat  die
Phylloxera  bereits  merklich  aufgeräumt.  Die  besseren  Weine  sind  die  von  Martinsberg,
Ecs,  Nyül,  den  beiden  Baratt),  Menfv,  Tenyö  und  Kajär.
Von  den  240.000  Katastraljoch  fruchtbaren  Bodens  im  Comitate  beträgt  der
Ackerboden  etwa  124.000  Joch,  worauf  alle  Sorten  Getreide  gebaut  werden.  Der  Jahresdurchschnitt ­
  des  Ertrages  befriedigt  nicht  nur  das  Gesammtbedürfniß,  sondern  ermöglicht
noch  eine  beträchtliche  Ausfuhr.  Der  Boden  ist  nicht  überall  gleich  gut,  am  besten  im
Allgemeinen  in  den  Flußthülern.  Die  kleineren  Grundbesitzer,  ehemalige  Urbarialbauern,
wnthschasten  noch  großentheils  primitiv,  ohne  die  nöthige  Obsorge  für  Verbesserung
ihrer  Äcker;  auf  dem  Großgrundbesitz  dagegen  wird  fachkundige,  systematische  Wirtschaft
betrieben.  An  manchen  Orten,  so  auf  den  Gütern  der  Erzabtei,  sind  nach  Möglichkeit
industrielle  Betriebe  eingerichtet.  Die  hervorragenden  Großgrundbesitzer  des  Comitats
sind  die  Grafen  Wenckheim,  Hdderoary-Khuen,  Lamberg  und  Esterhazy,  der  Raaber
Bischof,  der  Erzabt  von  Martinsberg,  das  Raaber  Kapitel,  der  Propst  von  Csorna,  die
Abtei  Bakonybel,  die  Familien  Bay,  Levay,  Mihalyfi,  Bezeredj,  Milkovich,  Földvary,
Lippay  u.  s.  w.
Mit  der  Landwirthschaft  ist  eine  blühende  Viehzucht  verbunden.  Zur  Ra^enveredlung
  werden  nicht  nur  auf  den  größeren  Herrschaften,  sondern  mitunter  auch  in
den  Dörfern  trefflich  geeignete  Thiere  und  Hengste  gehalten;  in  Szent  Ivan,  Per,
Köny  u.  s.  w.  sind  die  Pferde  sehr  gut.  Die  Schafzucht  ist  etwas  zurückgegangen,  weil  der
Wollmarkt  abnimmt.  Die  Schweinezucht  ist  in  Zunahme  begriffen,  desgleichen  die  Hornviehmästerei, ­
  welche  besonders  ans  manchen  großen  Besitzungen,  z.  B.  denen  der  Erzabtei,
systematisch  betrieben  wird.  Der  in  Raab  bestehende  „Landwirthschaftliche  Verein  für  Raab
und  Umgegend"  ist  eifrig  bemüht,  die  volkswirthschaftlichen  Interessen  des  Comitats
zu  fördern.
In  Verbindung  mit  der  Rohproduetion  hat  es  die  Hausindustrie  in  mehreren  ihrer
Zweige  zur  Blüte  gebracht,  so  die  Spinnerei  und  Weberei,  die  Matten-  und  Korbflechterei,
die  Verfertigung  von  Strohgeflechten  und  Reisbesen.  Die  Fabriksindustrie  ist  durch
einige  Dampfmühlen  und  Ziegeleien,  auch  durch  eine  Essig-,  eine  Öl-,  eine  Coakesfabrik
vertreten.  Die  Land-  und  Wassermühlen  gedeihen  trefflich.
Die  große  Rolle  in  der  Bevölkerung  wurde  einst  durch  den  Adel  gespielt.  Fast  kein
Landestheil  hatte  in  Verhältniß  zum  Flächenraum  so  viele  Edelleute  aufznweisen  als
dieses  Comitat.  12.000  Adelige  auf  26  Quadratmeilen!  Asszonyfa,  Ballony,  Bajcs,
Bäcsa.  Böny,  Dunaßcgh  u.  s.  w.  waren  lauter  adelige  Dörfer.  Die  Asszonyfalvay,
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.