Skip to main content Jump to sidebar
MAK

Full text : Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild: Ungarn, Band 4

493

krystallklare  Quellen  tragen  zur  Schönheit  dieses  sehenswerthen  Parkes  bei,  der  dem
Publikum  frei  zugänglich  ist.  Vom  Park  aus  hat  mau  eine  reizende  Aussicht  auf  die
benachbarten  Waldberge  und  das  Weingebirge  von  Baj.  Jenseits  des  Parkes  befindet  sich
das  bequem  und  elegant  eingerichtete  Badehaus,  das  gleichfalls  durch  den  Grafen  zum
Besten  des  Publikums  errichtet  wurde.  Diesseits  des  großen  See's  liegt  der  Rennplatz,
einer  der  schönsten  der  Monarchie.  All  dies  lockt  Tausende  von  Fremden,  besonders  aber
von  Bewohnern  der  Hauptstadt,  nach  Totis,  wo  sich  ein  angeregtes  Sommerleben  abspielt.
Auch  Mitglieder  des  Herrscherhauses  haben  Totis  wiederholt  mit  Besuchen  beehrt.
Im  Jahre  1809  hielt  sich  König  Franz  mit  seiner  ganzen  Familie  in  Totis  auf.  Damals
starb  im  Pfarrhause  Erzherzog  Karl  Ambrosius,  Primas  von  Ungarn,  im  24.  Lebensjahre. ­
  In  neuerer  Zeit  haben  Seine  Majestät  der  König  und  mehrere  Erzherzoge  die
Stadt  und  die  gräfliche  Familie  durch  ihren  Besuch  geehrt.
Eine  Viertelstunde  von  Totis  liegt  das  weingartenreiche  Baj.  Hier  befindet  sich  jener
berühmte  herrschaftliche  Keller,  in  dem  man  unter  Anderem  ein  Riesenfaß  von  2150  Eimer-Gehalt
  sieht.  Die  daran  geschlagenen  eisernen  Reifen  haben  ein  Gewicht  von  9r>80  Pfund.
Nahe  bei  Totis  liegt,  am  westlichen  Fuße  des  Vertes-Gebirges,  in  entzückender
Lage  die  Puszta  Majk.  Zur  Zeit  der  Ärpäden  blühte  hier  die  nach  der  heiligen  Jungfrau
benannte  Propstei  der  Prämonstratenser.  Ihre  prächtige  Domkirche  war  auch  in  fernen
Landen  berühmt.  Nach  dem  Eingehen  der  Propstei  ließen  sich  hier  die  stummen  Camaldulensermönche
  nieder,  und  erbauten  im  XVIII.  Jahrhundert  auf  der  Rninenstätte  ein
Kloster  und  eine  Kirche  im  damaligen  Barokstyl.  Als  unter  Josef  II.  der  Orden  aufgehoben ­
  worden,  wurde  das  Kloster  zu  Privatzwecken  benützt.  Eine  Zeit  lang  war  sogar
eine  Tuchfabrik  darin  untergebracht.  Seither  ist  die  Kirche  dem  Ruin  anheimgefallen  und
ihre  herrlich  geschnitzte  Einrichtung  schmückt  die  griechisch-orientalische  Kirche  zu  Komorn.
Der  jetzige  Besitzer  der  Puszta  Majk,  Graf  Nikolaus  Esterhazy  von  Csäkvar,  ließ  das  alte
Klostergebüude  einigermaßen  wiederherstellen.  Jetzt  dient  es  der  Familie  als  beliebtes
Ausflugsziel.
Nördlich  von  Totis,  am  Ufer  der  Donau,  liegt  Neszmely.  Hier  ist  der  Ungarkönig
Albert  gestorben.  Die  Neszmelyer  Weine  sind  in  ganz  Europa  geschätzt,  doch  hat  die
Phylloxera  die  Weingärten  arg  geschädigt.Am  Donau-Ufer  liegt  auch  das  Dorf  Uj-szöny
(Edam),  Station  der  Staatsbahn  und  Südbahn.  Binnen  kurzem  wird  es  gesetzlich  mit
Komorn  vereinigt  sein.  In  der  Szönyer  Gemarkung,  vor  dem  Äcser  Wald,  bezeichnet  eine
schöne  gebrochene  Säule  den  Schauplatz  von  Arthur  Görgei's  Sieg  im  Jahre  1849  und
die  Ruhestätte  der  gefallenen  Honveds.
Das  südöstlich  von  Szöny  gelegene  Äcs  ist  durch  seine  Zuckerfabrik,  Bäbolna  und
Kisber  sind  durch  ihre  Staatsgestüte  berühmt.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.