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Full text: Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild: Ungarn, Band 4

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zahlreiche Denkmäler. Doch beginnt man erst in neuerer Zeit die hochinteressanten 
Alterthumer systematisch zu sammeln. Vor kaum einem Jahr erst hat sich die Grauer 
historische Gesellschaft gebildet, die sich des alten, der Anjonzeit ungehörigen, mit 
lateinischer Inschrift versehenen Siegels der Stadt Gran bedient. 
Die ersten Ärpaden, die letzten Herzoge und ersten Könige wühlten das von der 
Natur so verschwenderisch ansgestattete Gran und dessen Umgebung gerne zu ihrem 
Wohnsitz, ia sie hatten hier ihre Residenzstadt. Zur Zeit des Herzogs Geza, Vaters 
Stefans des Heiligen, begegneten sich in Gran die östliche und die westeuropäische 
Bildung, griechischer und deutscher Einfluß; znm ersten Male maßen sich das östliche 
und westliche Christenthum. In Gran wurde, um das Jahr 970, Stefan der Heilige 
geboren. Die Grauer Überlieferung verlegt seine Geburtsstütte an die Stelle der in den 
Festungsruinen wohlerhalten gebliebenen alten Kapelle. 
In seiner Geburtsstadt gründete Stefan der Heilige das Grauer Erzbisthnm 
als Vorsteher der ersten zehn ungarischen Bisthümer, und von Gran ging vermnthlich 
die glanzende Gesandtschaft unter Führung des Erzbischofs Astricns nach Rom ab zu 
Papst Sylvester II., um die heilige Krone zu holen, mit der im Jahre 1001 Stefan 
der Heilige gekrönt wurde, wodurch Ungarn ein westeuropäisches Königreich und Gran 
desten Residenzstadt wurde. Die ersten ungarischen Könige hatten bis zum Beginn des 
XUI. Jahrhunderts häufig in Gran ihre Hofhaltung. 
Die alten Grauer Erzbischöfe zogen zum Schutze des Königs und des Landes auch 
m den Krieg. Erzbischof Matthias fiel in der Tatarenschlacht am Sajö, Erzbischof 
Ladislaus Szalkay bei Mohäcs. ^ 
^ Die Niederlagen am Sajöfluß und bei Mohärs bedeuten auch das Verderben Grans, 
^ic Tataren zerstörten die Stadt, mit Ausnahme der Citadelle, und metzelten die Ein 
wohnerschaft nieder. Die Türken aber erschienen nach ihrem Mohäcser Siege, plünderten 
die wieder aufgeblühte Stadt, verjagten die hohe Geistlichkeit und beugten die Bevölkerung 
ms^rlavenjoch. Nach Ladislaus Szalkay wohnte dritthalb Jahrhunderte lang kein Primas 
m Gran. Nachdem der Tatarensturm vorüber war, gründete Bela IV. seinen Köniqssitz 
!Hach Tyrnau' ^ ^ steten in Folge der Schlacht bei Mohaes 
^ In Tyrnau gründete der Grauer Erzbischof Niklas Oläh das erste Priester- 
Seminar Ungarns, das erst im Jahre 1850 nach Gran übersiedelte. In Tyrnau und 
Preßburg lebte Peter Päzmany, der größte Primas von Ungarn. Zu Tyrnau hielt 
er Grauer Erzbischof Georg Szelepcsenyi im Jahre 1683 das feierliche Tedeum ab 
läna eb^^7^-r ^ ^ zu Tyrnau lebte auch der 
"glebigste Erzbychof von Gran, der 103 Jahre alte Georg Szechenyi, dessen Familie
	        
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