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Full text : Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild: Ungarn, Band 4

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gesichert  hat  und  nicht  nur  zu  den  unpassendsten,  sondern  auch  zu  den  ältesten  Negnlnungvarbeiten
  des  Landes  gehört.  Dieses  Kanalnetz,  das  sogenannte  Särniznetz,  besteht  zum
Theil  aus  natürlichen,  aber  regnlirten  Büchen,  größtentheils  jedoch  aus  künstlich  angelegten ­
  Kanälen.  Es  beginnt  mit  dem  non  den  Bächen  des  Bakony-  und  Vertesgebirges
gespeisten  Moorer  Kanal,  der  im  Moorer  Dhale  nach  Südost  zieht,  mehrere  künstlich
angelegte  Kanäle  aufnimmt,  unterhalb  Stnhlweißenburg  auch  noch  den  vom  Bakonygebirge
  herabkommenden  und  eine  Strecke  weit  parallel  mit  ihm  verlaufenden  Gaja-Bach
als  Zuwachs  erhält,  um  sich  dann  mit  dem  im  Veßpremer  Comitat  beginnenden  großen
Kanal  zu  vereinigen  und  den  das  ganze  Comitat  durchziehenden  ch-alatinal-  oder
Särvizkanal  zu  bilden.  Diesem  Parallel  zieht  der  gleichfalls  im  Veßpremer  Comitat
entspringende  Sed-Bach,  unterhalb  Mühlkanal  (Malomcsatorna)  genannt,  bis  Czecze,
wo  er  sich  in  den  Särvizkanal  ergießt,  der  dann  bei  Simontornya  mit  dem  Sw-Kaposkanal
  vereint  weiter  unten  in  die  Donau  mündet.
Alle  diese  Gewässer  haben  einen  regelmäßigen  Lauf  und  verursachen  kaum  irgendwelche ­
  Schäden;  nur  im  Vorfrühling  überflnthen  sie  die  tiefer  gelegenen  L  heile  dev  großen
Sarret  unterhalb  Stuhlweißenburg,  da  aber  das  Wasser  bald  wieder  abläust,  schaden
sie  auch  hier  nicht,  sondern  tragen  vielmehr  zur  Üppigkeit  des  Heuwuchses  bei  und
ermöglichen  auf  den  durch  Schlamm  gedüngten  Flächen  eine  sehr  ergiebige  Gartencultnr.
Von  diesem  durch  die  Natur  gewährten  Nutzen  abgesehen,  bieten  alle  die  regnlirten
Wasserlänfe  keinen  anderen  wirthschaftlichen  Vortheil  dar.  als  den  Wasserschutz  der  ihnen
anliegenden  Gebiete.  Das  durchschnittlich  4  bis  5  Meter  breite  und  1  Meter  tiefe  Wasser
ist  nicht  schiffbar;  auch  zur  künstlichen  Bewässerung  und  zur  Verwerthung  bei  industriellen
Anlagen,  die  Stadt  Stuhlweißenburg  ausgenommen,  ist  cs  nicht  herangezogen.  Diese
Wasserkraft  wird  Alles  in  Allem  zum  Betrieb  einiger  Wassermühlen  benützt,  aber  auch
diese  Mühlen  verlieren  immer  mehr  an  Bedeutung  und  werden  kaum  für  die  Deckung  des
localen  Bedarfes  in  Anspruch  genommen.
Größere  Seen,  den  von  Velencze  ausgenommen,  besitzt  das  Comitat  nicht.  Emst
waren  auch  der  Csakvarer  (Fornaer)  und  der  Patkaer  See  namhafte  stehende  Gewässcr
nnd  der  letztere  sogar  noch  in  den  Sechziger-Jahren  wegen  seiner  ungemein  schinackhasten
Fische  bemerkenswerth;  seither  sind  sie  jedoch  entwässert  und  sammt  dem  Ägvtaer  See  der
Cnltnr  unterworfen  worden.  Außerdem  sind  noch  der  Weißenbnrger  Salzsee  und  der
Loker  See  zu  erwähnen,  allein  auch  diese  zeigen  mehr  den  Charakter  von  bedeutenderen
Sümpfen,  die  höchstens  durch  etwas  Rohrwnchs  nutzbar  werden  und  zeitweilig  ganz
versiegen.  Hingegen  gehört  der  Velenczeer  See  zudem  größeren  Seen  Ungarns,  er
bedeckt  etwa  12  Quadratkilometer  mit  beständigem  Wasser,  das  in  seinem  westlichen  ^heile
bei  Päkozd  und  Sukorö  stellenweise  4  bis  5  Meter  tief,  im  östlichen  Theile  aber  seicht
            
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