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Full text : Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild: Ungarn, Band 4

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befinden.  Anch  dieses  Bad  ist  schon  etwa  50  Jahre  alt;  es  besteht  aus  Badehäusern,  die
im  Wasser  auf  Pfosten  stehen  und  seither  wiederholt  erneuert  wurden.  Unter  die
Badeorte  der  Plattensee-Gegend  gehört  ferner  das  Bad  Heviz,  westlich  von  Keßthely,
mit  eineni  eigenthümlichen  Wasser,  das  nicht  ermangeln  konnte,  die  Aufmerksamkeit  der
Ärzte  auf  sich  zu  ziehen.  Dieses  Wasser  ist  nämlich  ein  kleiner,  etwa  2  Joch  großer  See,
der  am  Fuße  der  Pähoker  Hügel  inmitten  einer  reizenden  Ebene  liegt;  es  ist  schwefelnnd
  kohlensäurchaltig,  hat  eine  Temperatur  von  28  Grad  Reaumur  und  sein  Schlamm
besteht  aus  eigenthümlichen  kleinen,  schuppenartigen  Körnchen.  Der  nördliche  Theil  des
Sees  ist,  trotz  der  Wärme  des  Wassers,  dicht  mit  Rohr  und  Schilf  bewachsen,  an  seinem
Südende  aber  leitet  ein  beträchtlicher  Bach  das  mächtig  sprudelnde  Quellwasser  des  Sees
in  den  Plattensee  ab.  Das  Landvolk  kannte  dieses  Wasser  seit  uralter  Zeit  und  benützte
es  stets  gegen  rheumatische  und  gichtische  Leiden,  aus  Verrenkungen  oder  anderen  Ursachen
entstandene  Geschwülste  und  noch  mancherlei  ähnliche  Krankheiten;  zu  Hunderten  zog  es,
namentlich  an  Festtagen,  aus  den  benachbarten  Dörfern  an  den  See  und  blieb  5  bis  6
Stunden  lang  in  dessen  Wasser  sitzen.  Das  Gebiet  gehört  dem  Grafen  Tassilo  Festetich,
dessen  Onkel,  Graf  Tassilo  Festetich  der  Ältere,  bereits  vor  30  Jahren  die  Umwandlung
des  Bades  in  einen  modernen  Badeort  begann.  Er  baute  daselbst  ein  hübsches  Logir-  und
Gasthaus,  schuf  Kühlungsplätze,  errichtete  für  den  Sommer  eine  ständige  badeärztliche
Station  und  sorgte  für  bequeme  Verbindung  mit  Keßthely.  Gegenwärtig  hat  das  Bad
schon  einen  so  guten  Ruf,  daß  die  jeden  Sommer  zuströmenden  Kranken  nicht  einmal  alle
unterzubringen  sind.  Auf  dem  Gebiete  des  Zalaer  Comitats  gibt  es  noch  einige  kleinere
Badeorte,  so:  Alsö-Örs,  Csopak,  Rev-Fülöp  und  Szepezd.
Unter  den  Plattensee-Bädern  des  Veßpremer  Comitats  steht  Siöfok  voran.  Es
wird  zwar  von  dem  leidenden  Publikum,  namentlich  den  Frauen  und  Kindern,  schon  seit
mehr  als  zwei  Jahrzehnten  benützt,  ist  aber  erst  seit  1892  als  modernes  Bad  zu  betrachten.
In  diesem  Jahre  ließ  eine  Actiengesellschaft  den  Strand  zwischen  der  Eisenbahnstation
und  dem  Plattensee  nivelliren  und  auf  dieser  aufgeschütteten  Fläche  schöne,  mit  aller
Zweckmäßigkeit  und  Bequemlichkeit  eingerichtete  Gasthof-  und  Speisegebände  Herstellen.
Seither  entwickelt  sich  diese  Badecolonie  mit  erstaunlicher  Rührigkeit  und  die  Zahl  ihrer
Besucher  reicht  schon  beinahe  an  die  von  Balaton-Füred.
Siöfok  gegenüber  liegt  nördlich,  am  unteren  Ende  des  Dorfes  Vörös-Bereny,  das
Bad  Alm  ad;  die  Gegend  ist  durch  Hügelreihen  belebt  und  kann  sich  anmuthigerLandschaftsmotive ­
  rühmen.  Dieses  Bad  wird  kaum  erst  seit  anderthalb  Jahrzehnten  regelrecht  verwaltet,
hat  aber  doch  schon  zahlreichen  Besuch,  insbesondere  aus  dem  nahen  Veßprem,  sowie
den  Comitaten  Veßprem  und  Weißenburg.  Jedenfalls  ist  es  schon  ein  besser  entwickelter
Badeort  als  das  in  der  Mitte  des  nordöstlichen  Plattensee-Strandes  gelegene  Kenese,
            
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