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Full text : Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild: Ungarn, Band 4

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und  bildet  blos  einen  Abschnitt,  mit  einer  Schleuse  an  jedem  Ende.  Der  Sztapar-Neusatzer
Kanal  endlich,  der  nach  dem  Namen  Seiner  Majestät  benannt  ist,  hat  eine  Länge  von  67  9
Kilometer  und  der  Niveau-Unterschied  zwischen  seinen  beiden  Endpunkten  beträgt  etwa  acht
Meter,  was  durch  vier  Schleusen  in  vier  horizontalen  Abschnitten  ausgeglichen  wird.  Der
Franzenskanal  genügt  nach  dieser  Umgestaltung  und  nach  seiner  Ergänzung  durch  die
erwähnten  zwei  Kanäle  den  Erfordernissen  des  Handels  in  jeder  Hinsicht  und  von  der
Theiß  in  die  Donau  und  umgekehrt  fahrende  Schiffe  ersparen  durch  ihn  einen  Weg  von
etwa  163  Kilometer.
Wir  setzen  nun  unsere  Fahrt  auf  dem  vielgewundenen  Strom  fort,  vorüber  an  der
gegen  Hochwasser  durch  Dämme  geschützten  Bezdaner  Insel,  vorüber  an  dem  durch  seine
Hanfcultur  berühmten  Ap  atin  und  erreichen  die  von  Budapest  290  Kilometer  entfernte
Draumündung,  oberhalb  deren  mittelst  des  eben  erst  vollendeten  Durchstichs  gleichsam  die
Donau  in  die  Drau  zu  münden  scheint.  Von  hier  ab  verläßt  der  Strom  das  „Land  jenseits
der  Donau";  rechterhand  bespült  er  die  Ufer  eines  Landes  der  ungarischen  Krone,  nämlich
Slavoniens,  und  wendet  sich  mit  einer  großen  Schwenkung  gegen  Osten;  linker  Hand  ist  er
durch  Laubwälder  eingefaßt.  Kaum  haben  wir  seit  der  Draumündung  12  Kilometer
zurückgelegt,  da  taucht  vor  uns  am  rechten  Ufer  die  malerische  Ruine  der  Burg  Erd  öd
auf,  und  alsbald  wieder  sehen  wir  am  Beginn  der  Krümmung  einen  ganzen  Eisenbahnzug
über  die  Donau  schwimmen.  Da  sind  wir  denn  bei  dem  Eisenbahn-Fährboot  von  Gombos-Erdöd
  angelangt,  wo  Dampffähren  die  Züge  von  einem  Ufer  an  das  andere  versetzen
und  ans  diese  Art  Slavonien  mit  dem  ungarischen  Alföld  verbinden.
Auch  dieses  interessante  Bild  bleibt  hinter  uns  und  wir  erblicken  am  rechten  Ufer
erst  Dälya  und  dann  Vukovar,  zwei  Marktflecken,  welche  gleichsam  als  Knotenpunkte
des  Verkehres  dienen.  Weiterhin  berühren  wir  Sotin,  später  Sarengrad  und  dann  erreichen
wir  einen  malerischen  Theil  dieses  Donau-Abschnittes,  von  wo  an  das  rechte  Ufer  etwa
50  Kilometer  weit  durch  die  schon  bei  Vukovar  allmälig  anschwellende  Fruska-Göra  eingefaßt ­
  ist,  eine  Bergkette  mit  dichtbelaubten  und  bebuschten  Gipfeln,  zwischen  denen  sich
in  saftgrünen  Rasenthälern  unzählige  Bäche  einherschlängeln.
Am  Fuße  des  oberen  Ausläufers  der  Bergkette  Fruska-Göra  liegen  einander
gegenüber  am  linken  Ufer  E>-  und  Uj-Palänka,  am  rechten  Jllok  (altungarisch:
Ujlak)  auf  der  Kuppe  eines  gegen  die  Donau  vorspringenden  Berges  mit  einer  zum
Theil  in  Trümmern  liegenden  Burg,  deren  Ursprung  in  die  Zeit  der  Römerherrschaft
zurückreicht.  Noch  26  Kilometer  weiter  folgt  rechts  Cerevice  und  unweit  davon  liegt
landeinwärts  im  Gebirge  Beocsin,  aus  dessen  Mergelboden  sehr  guter  Cement  bereitet
wird.  Nach  weiteren  4  Kilometer  erreichen  wir  Futtak  am  linken  Ufer  und  wieder  nach
12  Kilometer  bei  einer  plötzlichen  Wendung  der  Donau  werden  schon  von  weitem  die
            
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