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Full text: Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild: Ungarn, Band 4

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mächtigen Festungswerke von Peterward ein (Petervärad) sichtbar, es erscheint der 
durch den Peterwardeiner Berg gebohrte Tunnel und die mit ihm verbundene 
Eisenbahnbrücke, welche Peterwardein mit dem jenseits, am linken Ufer liegenden Neusatz 
(Ujvidek) verbindet. Neusatz ist ein bedeutender Mittelpunkt für die landwirthschaftliche 
und industrielle Production des Alföld und spielt im Donauverkehr von alten Zeiten her 
eine bedeutende Rolle, für die Zukunft aber steht ihm, je nach der weiteren Entwicklung 
der Donauschiffahrt, eine noch viel wichtigere Aufgabe bevor. Noch weiter den Strom hinab 
kommen wir an dem rechterhand gelegenen, auch wegen seines Weins berühmtenKarloWitz 
vorbei, wo am 26. Januar 1699 das Friedensinstrument, welches Ungarn vom Türken 
joche befreite, unterschrieben wurde. Die Gegend behält noch auf eine ziemlich lange 
Strecke ihren früheren Charakter, d. h. es zieht sich das rechte Ufer entlang bis Zalän- 
kemen hinab die Bergkette des Kalakac, während am linken Ufer das Land noch in langem 
Striche ebenes Tiefland bleibt und die sogenannten Donaubuchten bildet, denen wahrlich 
die Fluthen der Donau schon viel Ungemach zugefügt haben und noch zufügen. Bald 
aber erreichen wir das schon erwähnte Zalankemen (Slankamen), das am rechten Ufer 
liegt, wo die Bergkette endet; es war in der Türkenzeit 1691 der Schauplatz blutiger 
Kämpfe. Hier, 462 Kilometer von Budapest, mündet die Theiß in die Donau. Etwas 
weiter unten, bei Snrduk, in dessen Gemarkung einst das RömerlagerUitinrn gestanden, 
nimmt die Donau die Bega auf, diese dem Hauptstrom zuführende Wasserstraße des Temeser 
und des Torontaler Comitats. 
Von der Theißmündung angefangen ändert sich der Charakter der Gegend einiger 
maßen und auch die Donau ändert ihren Lauf, der nun nach Südosten geht. Beide Ufer 
begrenzen weithin gedehnte Ebenen, auf der linken Seite bis Baziäs hinab, während rechts 
bei Semlin (Zimony), beziehungsweise Belgrad, wo die Save ihre oft plötzlich 
anschwellenden Fluthen in die Donau ergießt, das Gebirge wieder in den Vordergrund 
tritt. Dieser malerische Punkt, wo Donau und Save sich vereinigen, ist auch für die 
Donauschiffahrt von allergrößter Wichtigkeit. Semlin selbst ist gleichsam der Schlüssel 
der Schiffahrt auf der unteren Donau und ein ungemein lebhafter Platz des Strom- und 
Eisenbahnverkehrs. Im Semliner Hafen wimmelt es unausgesetzt von gewaltigen, schwer 
beladenen Schleppern und ihren Remorqueuren, von Personendampfern, welche die 
mittlere und untere Donau befahren, von Localschiffen, die den Verkehr mit Belgrad und 
dem nahen Pancsova aufrecht erhalten; ganze Schwärme von Fahrzeugen verleihen 
diesem Theile der Donau ein nautisches Leben, wie es außerhalb Budapests sonst nirgends 
wahrzunehmen ist. 
Von Semlin weiter bis unterhalb Orsovas, auf einer Strecke von 226 Kilometer, 
bildet die Donau die natürliche Grenze zwischen Ungarn und Serbien.
	        
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