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des Niveaus zwischen den Felsen hier oder dort gleichmäßiger, also günstiger ist; daher
muß derjenige, der das Schiff durch diese Stromschnelle hindurchsteuert, Ort und Lage
-aller wichtigeren Felszacken, sowie den vielgewundenen Lauf der Strömung zwischen
denselben mit einer bis in die geringfügigsten Details gehenden Gründlichkeit kennen.
Am Eisernen Thore hat das kleinste Niveau das größte Gefälle dort, wo das Wasser
Zwischen den Felsklippen hindurchstürzend in die hinter diesen gähnende Tiefe hinabströmt;
dieser Fall in der Strömung des Flusses macht auf den Kilometer etwa 3 Meter und
auf die ganze Länge der Stromschnelle, welche 2'5 Kilometer beträgt, etwa 5 Meter;
die Geschwindigkeit der Strömung schwankt zwischen 4 und 5 Meter.
Unterhalb des Eisernen Thores ist das Bett der Donau noch eine Strecke weit durch
Felsen und Sandbänke gestört, nach etwa 6 Kilometer aber hört dies auf und der Strom
setzt seinen Lauf bis an das Meer ungehemmt fort.
Die im Vorangehenden skizzirten Eigenthümlichkeiten des Strombettes und Strom
laufes auf der Unteren Donau erschweren die Schiffahrt auf diesem Abschnitte ungemein,
ja sie können dieselbe bei ganz niederem Wasserstande unmöglich machen.
In den Stromschnellen wird der Schiffahrtsweg durch die hochragendenFelszacken des
Grundes an vielen Stellen in enge Grenzen gezwängt und zu Windungen genöthigt, nebstbei
aber auch sozusagen bei jedem Wasserstande in eine andere Richtung gelenkt. Wegen dieser
Gefährlichkeit des Schisfahrtsweges ist auf dem ganzen Baziäs-Turn-Severiner Abschnitt
der UnterenDonau der Lootsendienst eingeführt, und zwar dergestalt, daß ein mit der Schiff
barkeit der Stromschnellen und mit den Schiffahrtswegen vollkommen vertrauter Lootse die
Führung der Schiffe übernimmt, und zwar bei den von oben kommenden gewöhnlich in
Drenkova, aber bei niederem Wasserstande schon in Moldava, ja sogar in Bazias, bei den
stromaufwärts fahrenden aber in Turn-Severin. Die Donau-Dampfschiffahrts-Gesellschaft
hat eigene Lootsen als ständige Bedienstete; außer diesen gibt es aber auch Privat-Looffen.
Die Versicherungsgesellschaften knüpfen die Versicherung der nach der Unteren Donau
gehenden Transporte und der dort verkehrenden Schiffe in der Regel an die Bedingung,
daß die Schiffe auf dem Abschnitte der Stromschnellen von einem Lootsen gesteuert werden.
Wie sehr hier die Stromschnellen die Schiffahrt beschränken, geht daraus hervor,
daß in den fünfzig Jahren von 1840 bis 1890 während der Schiffahrtssaison von
durchschnittlich 275 Tagen des Jahres der Verkehr der Schiffe von 150 Centimeter Tief
gang im Durchschnitt 117 Tage lang behindert war, diese also mit voller Ladung die ganze
Untere Donau nur an 158 Tagen des Jahres befahren konnten. Ja es gab sogar Jahre,
in denen die Schiffahrt 200 bis 260 Tage lang behindert war.
Die hervorragende Wichtigkeit des Donaustroms als Verkehrsweges haben schon
die Römer erkannt und ihn mit Erfolg als Mittel für ihre Eroberungszüge verwerthet.