Skip to main content Jump to sidebar
MAK

Full text : Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild: Ungarn, Band 6

86

gesteigert,  welcher  vor  der  mit  einem  Walmdach  überdeckten  Westfa^ade  steht  und  das
Dach  nur  um  10  Meter  überragt.  Am  reichsten  ausgebildet  ist  das  spätgothische  Südportal.
Die  Kirche  zu  Mediasch  steht  unweit  des  Hauptplatzes  der  einst  mauerumgiirteten
Stadt,  von  Häusern  umdrängt  auf  einem  niedrigen,  nur  von  einer  Seite  zugänglichen
Hügel;  ihr  enger  Hof,  dessen  Thor  sich  am  Fuße  eines  Thurmes  öffnet,  hat  eine
Umfassungsmauer  mit  vier  Thürmen.  Diese  malerische,  fast  geheimnißvolle  Umgebung
macht  einen  tiefen  Eindruck.  Das  südliche  Seitenschiff  ist  dem  Mittelschiff  an  Höhe
gleich,  das  nördliche  dagegen  niedriger  als  dieses;  die  Pfeiler  sind  achteckige  Prismen
ohne  Capital;  das  Mittelschiff  hat  ein  Sterngewölbe,  das  Chor  ein  rhombisches
Gewölbe,  dessen  Rippen  sich  auf  Dienste  niederlassen,  die  wieder  auf  Consolen
mit  hübschem  Laubornament  ruhen.  Der  Thurm  an  der  nördlichen  Ecke  der  Westfa^ade
  hat  die  gewohnte  siebenbürgische  Form;  ist  aber  unten  von  zwei  dicken,  mächtig
vorspringenden  Spornen  gestützt.  Schön  ist  der  rechts  vom  Thorthurme  befindliche  gleichfalls
quadratische,  aber  schlanke  Thurm,  dessen  Gesimse  aus  einem  Rundbogenfries  besteht.
In  Straßburg  (Nagy-Enyed)  steht  die  reformirte  Kirche  im  Hofraum  der  mitten
in  der  Stadt  gelegenen  umfangreichen  Festung,  deren  unregelmäßiges  Fünfeck  mit  einer
Mauer  umzogen  und  durch  acht  Basteithürme  vertheidigt  ist.  Die  Kirche  ist  eine  dreischiffige
  Halle;  vor  ihrer  Westsa^ade  steht  ein  quadratischer  hoher  Thurm.  Sie  hat  übrigens
soviel  Veränderungen  erlitten,  daß  sich  nur  noch  einzelne  Überreste  ihrer  gothischen
Vergangenheit  finden.  In  Broos  (Szäßväros)  stehen  am  oberen  Ende  der  Stadt  in
ummauertem  Hofe  zwei  Kirchen  nebeneinander:  die  evangelische  und  die  reformirte;  beide
sind  durch  mehrfache  Erneuerung  fast  ganz  um  ihre  ursprüngliche  Gestalt  gekommen.
Die  evangelische  Kirche  A.  B.  zu  Bistritz  (Beßtercze)  steht  frei  auf  dem  Hauptplatze; ­
  von  der  einstigen  Befestigung  findet  sich  nichts  mehr.  Sie  ist  eine  dreischiffige
Halle;  die  Anlage  und  Unregelmäßigkeit  erinnern  an  Klausenburg.  Die  Westfa^ade  steht
schief,  daher  auch  die  Schiffe  nicht  gleichmäßig  sind.  Wann  ihr  Bau  begann,  ist  nicht
bekannt.  Wahrscheinlich  wurde  sie  im  XV.  Jahrhundert  beendet,  doch  bedurfte  sie  im
XVI.  Jahrhundert  einer  gründlichen  Ausbesserung.  An  der  südlichen  Ecke  der  Fa^ade
steht  frei,  80  Meter  hoch,  einer  der  schönsten  Thürme  Siebenbürgens;  eine  Inschrift
daran  nennt  1519  als  das  Jahr  der  Vollendung.  Die  gegiebelte  Renaissanee-Fa^ade  ist
bei  der  Restaurirnng  von  1561  bis  1563  erbaut.
In  dem  von  Magyaren  bewohnten  Theile  Siebenbürgens  bekundet  die  geringe  Zahl
der  gothischen  Kirchen,  daß  in  dieser  Epoche  der  Baukunst  die  Thätigkeit  dort  weit  geringer
war.  Die  reformirte  Kirche  von  Dees,  dem  Hauptorte  des  Comitates  Szolnok-Dobvka,
ist  trotz  ihrer  großen  Einfachheit  ein  nach  hiesigem  Maß  beachtenswerther  Bau.  Sie  steht
auf  einer  Erhöhung  inmitten  des  Hauptplatzes  und  hat  vor  der  Westfac^ade  einen  hohen,
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.