116
Baumaterialien, Gyps, Kalkstein ist groß, bisher jedoch nur wenig verwertet; auch Thon
für die Majolica-Fabrication und Steinkohle kommt vor.
Gegenwärtig ist der Meßes keine Politische Grenze mehr. Bei der Organisirung der
Comitate war es zur Abrundung des Szilagyer Comitats erforderlich, ihm auch das
Gelände des Egregy und Almäs zuzuweiseu, wodurch nun in dieser Gegend das im
früheren Sinne genommene Ungarn in das bereits zum geographischen Begriff gewordene
Siebenbürgen hineingreift. Das Szilägysäg gehörte nämlich, obgleich es nach Bodengestalt
und sonstigen natürlichen Bedingungen mehr zu Siebenbürgen neigt, in staatsrechtlicher
Hinsicht sowohl in der Epoche vor dem Großwardeiner Frieden von 1538, als auch laut
G.-A. VI vom Jahre 1848 zu dem eigentlichen Ungarn, zwischen diesen beiden Zeitpunkten
freilich, als ein Stück des partium", bald zu Siebenbürgen, bald zu Ungarn, je nachdem
das Kriegsglück den Fürsten von Siebenbürgen oder den habsburgischen Königen hold war.
Dagegen ist der Grat des mit dem Meßes in Verbindung stehenden Rez- (Kupfer-)
Gebirges, dessen Hauptrichtung von Südost zu Nordwest streicht, nicht nur die natürliche,
sondern auch die politische Grenze des Comitats gegen das Biharer Comitat hin. Als
Grenzscheide zwischen dem Kupfer- und Meßesgebirge gilt der Plopis-Paß zwischen
Perje und Csucsa. Der Fuß des Kupfergebirges wird im Süden von der Sebes-Körös,
im Norden vom Berettyö bespült. Es ist in jeder Hinsicht schöner und interessanter, als
der Meßes. Es hat zwar keine so mächtigen Gipfel aufzuweisen, dafür aber viel mannigfaltigere
Gliederungen, Thalbildungen und Felsklippen. Der Gebirgsgrat ist reicher mit
felsigen Vorsprüngen aus der Kreidezeit besetzt, die Thäler haben ein reicheres Netz von
Gewässern und der Pflanzenwuchs ist im Allgemeinen üppiger.
Seine höchsten Punkte sind die beiden weithinschauenden Gipfel des Tnßaer
Waldes: der Oßor (520 Meter) und der Ponor (790 Meter). Auf dem Ponorgipfel
öffnet sich eine gewaltige, tiefe Grotte, die wegen ihrer unzugänglichen Felswände noch
nicht genau erforscht ist. Unterhalb des Gipfels entspringt in herrlichem Felsenthale die
reiche Quelle des Berettyöflusses; ihr Wasser überzieht hineingeworfene Gegenstände mit
einer Sinterkruste.
Nördlich des Meßes verzweigen sich nach allen Richtungen niedere Bergreihen.
Jenseits derselben, im nordwestlichen Theile des Comitats, erhebt sich auf eine Länge von
30 bis 35 Kilometern das durchweg aus krystallinischem Urschiefer bestehende Bükkgebirge,
und bildet die natürliche Grenze zwischen den Comitaten Szatmar und Szilagy.
Seine letzten östlichen Ausläufer neigen sich über das Szamosthal, von wo das Gebirge
in der Höhe seiner Vvrberge südwärts und dann bis zum Mäzsabach westwärts zieht. Es
ist ein breiter Gebirgskörper, der stellenweise 8 bis 10 Kilometer stark wird und mit seinen
Armen bis ins Thal des Szilagybaches greift. Auch der Bükk hat viele schöne Einzelheiten.