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Full text: Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild: Ungarn, Band 6

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Außer den Magyaren und Rumänen gibt es im Comitate hie und da auch Sachsen, 
Schwaben, Slowaken und Zigeuner. Die Sachsen wurden zu Beginn des XV! II. Jahr 
hunderts durch die Wesselenyi in dem entvölkerten Hadad seßhaft gemacht. Sie nahmen 
da Tracht und Sitte der Magyaren, ja zum Theil auch deren Sprache an, und sichern 
sich als fleißige Ackerbauer eine recht gute Existenz. Jetzt besteht zwischen ihnen und den 
Ungarn auch schon der Heiratsverkehr. Die Schwaben ließen sich in der Gegend von 
Tasnäd nieder, wo sie sich meist magyarisirten. Die Slovaken führen im südlichen Theile 
des Comitats, in einigen Gemeinden des Kupfergebirges, ein kümmerliches Dasein, haben 
sich jedoch ihre uralten Bräuche, Sprache und Religion (römisch-katholisch) bewahrt. Die 
Zigeuner Hausen meist am Dorfende, in Schlammhütten, und ernähren sich theils durch 
Verfertigung von Spindeln, Holzlöffeln, Trögen, Sicheln, Äxten und Hufeisen, theils als 
Mnsikanien. 
Da die Bevölkerung im Allgemeinen Urproduktion treibt, sind auf gewerblichem 
Gebiete keine auffallenderen Ergebnisse zu verzeichnen. Die meisten Gewerbslente befassen 
sich mit den sogenannten „ungarischen" Handwerken: sie sind Schuster, Gerber, Csizmen- 
macher, Szür- oder Gnbaschneider, Kürschner. Und in der That sind diese Handwerker 
sämmtlich Magyaren. Wenn sie durch ihr Handwerk ein Stück Geld erworben haben, 
kaufen sie sich ein Stück Land, besonders Weingarten, Lind verwandeln sich im Alter aus 
Handwerkern in Landwirthe. Die meisten Gewerbslente wohnen in Zilah, dann in 
Szilagy-Somlyö, Tasnäd, Szilagy-Cseh, Zsibö, Kraßna, also in den größeren, von 
Magyaren bewohnten Ortschaften. In Zilah gibt es auch eine alte Thonindustrie, mit 
Geschirr- und Öfenfabrication, und in der rein-magyarischen Gemeinde Deeshäza 
beschäftigt sich sogar die ganze Bevölkerung mit dieser Industrie, deren Erzeugnisse sie 
wandernd durch Nah und Fern trägt. Ihr glasirtes Geschirr ist sehr gefällig und läßt in 
der primitiven Decoration manches altungarische Motiv erkennen. 
Die Fabriksindustrie beschränkt sich fast nur auf die Spiritusbrennerei. Doch gibt 
es auch eine Dampfziegelei, mehrere Töpfereien und Ziegelöfen und ziemlich viel Dampf 
mühlen. Auf dem Szamos liegen Schiffsmühlen, an der Kraßna und am Berettyö stehen 
über den Gebirgsbächen im Schatten von Pappelhainen und Weidendickichten kleinere 
oder- und nnterschlächtige Mühlen, Filz- und Lodenwalkmühlen, und an den kleinen 
Wildbächen des Rezgebirges ein paar Sägemühlen. 
Beachtenswerther ist die Hausindustrie. Fast jeder Gebirgswalache ist Handwerker. 
Er macht sich eigenhändig seinen Wagen und Pflug, all sein landwirthschaftliches Gerüth, 
auch seinen schlichten Hausrath: Tisch, Bank und Stuhl, den Getreidekasten, die Truhe. 
Höchstens daß er noch des Dvrfschmieds bedarf, der ein Zigeuner sit. Die Frauen sind im 
ganzen Comitate vorzügliche Weberinnen, und besonders die rumänischen spinnen, weben,
	        
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