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Full text: Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild: Ungarn, Band 6

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Karl Szäß der Ältere wirkten mächtig zur Auferweckung des nationalen Geistes, allerdings 
zunächst vom Comitate Alsö-Feher aus, das die Führung übernahm, aber auch das 
Klansenburger Comitat blieb nicht zurück. In seinem Sitzungssaale organisirteu Graf 
Johann Bethlen Zen. und Baron Nikolaus Wesselenyi den verfassungsmäßigen und 
nationalen Widerstand. Klausenburg wird der literarische Brennpunkt der in Fluß 
gekommenen Reformbewegnng. Hier erscheint der »Li-äshü Hirncko" (Siebenbürger Bote), 
das Organ der liberalen Opposition Siebenbürgens, unter der Redaction des Professors 
Samuel Mehes (von 1832 bis 30. Mai 1848). Neun Jahre nach seiner Begründung (1841) 
erscheint, als Gegengewicht der liberalen Reformbestrebungen und zur Vertheidigung 
der conservativen Politik, das von Franz Szilägyi redigirte conservative Parteiblatt: 
„Nlllt äs lsleir" (Vergangenheit und Gegenwart). In den Spalten dieser beiden Blätter 
spielt sich der literarische Theil der politischen Kämpfe dieser Epoche ab. 
Nach 1830 beginnt in Klausenburg eine lebhafte literarische Thätigkeit, nicht nur 
auf politischem, sondern auch auf populärwissenschaftlichem und belletristischem Gebiete. 
Im Jahre 1834 gründete Samuel Brassai das Volksblatt „Va8ärnapi1Ij3äg" (Sonntags- 
zeitnng), in dem er zur Hebung der Volksbildung einschlägige Fragen in klarer, leicht 
verständlicher Weise behandelte. Er stiftete damit viel Nutzen und es folgten noch mehrere 
Zeitschriften dieses Schlages. Diese Auffrischung des Politischen und literarischen Lebens 
spiegelt sich auch in dem Aufschwünge des gesellschaftlichen und volkswirtschaftlichen Lebens 
der Stadt. Ein Casino wird gegründet, eine Fechtschule, ein Musikverein. Zwischen Pest 
und Klausenbnrg wird der Eilwagenverkehr eingerichtet und nach kurzer Zeit bis 
Hermannstadt und Kronstadt weitergeführt. Diese Einrichtung bringt nicht nur Klausen 
burg in nähere Verbindung mit dem gebildeteren Westen, sondern auch die übrigen Städte 
Siebenbürgens mit Klausenburg, dessen Charakter als Hauptstadt sich nun immer mehr 
herausbildet. Man beginnt mit der Abtragung der Basteien und Ringmauern, das 
Karolinen-Landesspital wird gebaut, die erste Sparkasse gegründet; dann in den Vierziger- 
Jahren kommt der „Schutzverein" (vsäöAvIet) in Mode, als erster ungarischer Verein zur 
Förderung der Industrie, und gleichzeitig entsteht die Zuckerfabrik, als erste größere 
Fabriksanlage in Siebenbürgen. 
Im Allgemeinen ist seit 1790 in Siebenbürgen jede patriotische Bestrebung von 
Klausenburg ansgegangen. Dazu haben auch die dortigen Schulen viel beigetragen. Im 
XVIII. Jahrhundert gelangten drei Hochschulen zur Blüthe. Das katholische Lyceum mit 
einer juridischen und chirurgischen Facultät, das Collegium der Reformirten mit juridischem 
und theologischem, und das der Unitarier mit theologischem Lehrcurse; die älteste Anstalt 
ist das um die Mitte des XVI. Jahrhunderts gegründete reformirte Collegium. Diese 
Schulen versammelten einen großen Theil der siebenbürgischen Jugend in Klausenburg,
	        
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