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Full text: Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild: Ungarn, Band 6

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Ärmelleibchen und rothen Stiefeln. Den Kopf bedeckt ein farbiges Tuch, das hinten unter 
dem Haarwnlste gebunden wird. Die Männer tragen weiße, an der Seite roth verschnürte 
Tuchhosen, hübsche ungarische Stiefel, sämischlederne Leibel, fuchsverbrämte Mentes und 
schwarze Filzhiite, die im Winter der Lammfellmntze weichen. An Festtagen hängen sie 
sich noch einen schwarzen Grobtuchjanker um. Auch die Männerhemden sind an den 
Manchetten roth oder weiß gestickt. Junge Leute haben in der Regel auch farbige Hals 
binden. Bärte werden nicht getragen. Sie sind eifrige Kirchengänger und sehr anständig. 
In den Kirchenbänken sitzen sie dem Alter nach. Für die Feiertage werden sogenannte 
Somoder Kuchen, ein kräftig gewürzter Butterteig, gebacken. 
Von Toroczkö schlängelt sich gegen Norden eine mit Eisenschlacke geschotterte 
Straße thalabwärts. Wo das Thal nach links hin endet, liegen in der Nähe des Vidalh- 
kö die verlassenen Eisengruben, die einst so viel Wohlstand verbreiteten. Bei Borev, m 
der Nähe des Felsens Kolczu Daßkaluj, geht man über die Aranyosbrücke; von der linken 
Thalwand kommt ein Wasserfall herab und an diesem vorbei führt ein steiler Weg nach 
dem versteckten Gebirgsdorfe Werkes. Dort und auch weiter unten finden sich Drusen 
von Brauneisenerz. Unterwärts wird das Aranyosthal immer enger. Die waldigen Fels 
berge drängen sich immer dichter an den Fluß heran, so daß der Weg in den Felsen ge 
sprengt ist. Man passirt die Steilwände des Örvenykö (Strudelstein) und erreicht den 
Tordaer Wald, wo der größere Berkesbach zwischen finsteren Felsen Kaskaden bildet und 
die Conglomeratgebilde der „versteinerten Menschen" den Blick fesseln. Dann erscheinen 
steil zum Flusse abfallend die Felsen des Varfalvaer Berges und unter ihnen das mäch 
tige Wehr mit der elektrischen Anlage, wo die Wasserkraft für einen elektrischen Strom 
benützt wird, dessen Drahtleitnng elf Kilometer weit zur Thorenburger Cellulosefabrik geht. 
Bei dem Wehr verbreitet sich das Thal und plötzlich liegt das schöne Krenzerfeld in semem 
Kranze von Szcklerdörfern vor uns ausgebreitet. 
Unfern der Landstraße liegen rechts die schon zusammengebauten Dörfer Varfalva 
U100 Einwohner) und Aranyos-Rakos (900 Einwohner), dieses mit einem Schloß 
der Freiherren von Jösika. Ans der Felshöhe über Värfalva finden sich Spuren eines 
römischen Befestigungswerkes, und im waldbedeckten Gebirge der Gemeinde Reste der 
Fütyerburg, aus unbekannter Zeit. Das Bächlein, das zwischen Varfalva und Aranyos- 
Rakos hindurchfließt, entspringt am südöstlichen Abhang des Szekelykö; dort gehen noch 
andere reiche Quellen ans, und in ihrer Nähe liegt das kleine Dorf Csegez. D,e Stem- 
brüche in den Leithakalkschichten des Geßtegberges, südwestlich von Csegez, standen schon 
unter den Römern in Betrieb. In der Nähe derselben finden sich Gypskrystalle in großer 
Menge. Nördlich von hier liegt in der Nachbarschaft von Varfalva auf schönem, wertem 
Plan am Aranyos der Ort Sinfalva, eine der schönsten und ordentlichsten magyanschen
	        
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