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im Winter vielen Leuten Arbeit; zu regelrechten Flößen werden die Stämme in Sächsisch-
Regen zusammengebunden. Mittelst Holzriesen befördert man die Stämme die Abhänge
hinab ins Thal, wo der Bach sie mit Hilfe von Stauwerken weiterführt oder Zugthiere sie
an die richtige Stelle bringen. Bei der Schneeschmelze werden die am Ufer umherliegenden
schlanken Hölzer zu Viertelflößen zusammengebunden. Jedes Viertelfloß besteigen zwei
Männer, welche die recht gefährliche und halsbrecherische Aufgabe übernehmen, auf solch
zerbrechlichen, nur durch Weidenbänder zusammengehaltenen Gerüsten sich dem reißenden
Maros zu überliefern und zwischen steilen Felsen hindurch, über die großen Steinblöcke des
Flußbettes hinweg, eine Thalfahrt auszuführen. Die Viertelflöße werden unterhalb
Sächsisch-Regen zu ganzen Flößen verbunden, von wo 4000 bis 5000 Flöße auf diese
Art jährlich Millionen von Brettern, Schindeln und Bauhölzern nach dem Alföld hinab
befördern.
Die Fichtenwälder, aus denen die Stämme kommen, gehören theils Privaten, wie
den Familien Bänffy und Kemeny, theils der Flöüereigesellschaft zu Sächsisch-Regen,
theils dem Ärar. Dieses besitzt 424 Quadratkilometer Wald, wovon 174 Fichtenwald,
der auf den Görgenyer Alpen prangt. Auch das Compossessorat des uralten Maroser
Stuhles besitzt auf der Südseite des Mezöhavas ein Waldgebiet von großer Ausdehnung.
In der gemischten Bevölkerung sind auch sämmtliche registrirte Glaubensbekennt
nisse des Staates vertreten. Die Magyaren sind meist Reformirte, zum geringeren Theile
Unitarier. Die Sachsen sind hier sämmtlich Evangelische A. B. Die Römisch-Katholischen
gehören alle der magyarischen Zunge an und wohnen in größerer Menge im oberen
Nyärädthale, um das Mikhazer Kloster her, im sogenannten „Szentföld" (heiligen Land).
Die Griechisch-Katholischen und Griechisch-Orientalischen sind rumänischer Zunge, doch gibt
es unter den Griechisch-Orientalischen in der Szeklergegend auch magyarische, zum
Beispiel in Jlyesmezö bei Szovata.
In cultureller Hinsicht stehen die Magyaren und Sachsen voran. In den Szekler-
und Sachsengemeinden gibt es fast keinen Menschen, der nicht lesen und schreiben kann.
Sie haben nicht nur treffliche Volksschulen, sondern auch Volksbibliotheken, Lesevereine
und ländliche Gesangvereine. In den rumänischen Dörfern ist das anders, besonders im
Gebirge oben, wo nur wenige lesen und schreiben können. Unter den Volksschulen ist eine
als historisch berühmt besonders zu erwähnen, nämlich die Wesselenyi-Schule zu Mak-
falva am Kleinen Kokelflnsse. Als einst Baron Nikolaus Wesselenyi auch in der General
versammlung des Maroser Stuhles das Wort erheben wollte, warf ihm der präsidirende
Oberbeamte die Bemerkung zu, das Recht zu sprechen hätten hier nur Leute, die im
Maroser Stuhl begütert wären. Da kauften seine Parteigenossen zu Makfalva ein Grund
stück und schenkten es Wesselenyi, damit er Grundbesitzer in Marosßek sei. Auf diesem