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Full text: Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild: Ungarn, Band 6

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das Ujväros (Neustadt). Vor der Stadt gabelt sich das Thal; in der Mündung des einen 
Astes liegt Korvnka, ein alter Besitz der Toldalagi. 
In dem bei Maros-Szent-György einmündenden Thale liegen die weinberühmten 
Dörfer Csejd-Töfalva und Szökes. Letzteres gab einem hervorragenden Manne der 
ungarischen Geschichte, dem treuen Genossen Franz Räköczy's, Grafen Nikolaus Bercsönyi 
de Szekes, sein Prädicat. Das Marosgefilde unterhalb von Ernye ist der historisch 
berühmte Libancs-Anger. Man läßt es hinter sich und gelangt nach Säromberke 
in der Mitte des Thales, weiter oben nach Kerzing (Gernyeßeg) und Scharpendorf 
(Särpatak), am rechten Ufer. Alle drei Dörfer haben Teleki'sche Schlösser. Säromberke 
gehört jetzt dem Grafen Samuel Teleki, dem berühmten Afrikareisenden und einstigen 
Jagdgefährten des verewigten Kronprinzen Rudolf; früher war es der Wohnsitz des 
Kanzlers Grafen Samuel Teleki, der die erwähnte Bibliothek geschaffen hat. Das eben 
erdige Schloß, hinter dem sich dichter Fichtenwald ausdehnt, ist ein förmliches Museum 
alter Waffen, Schmucksachen und anderer Denkmäler des altsiebenbürgischen Magnaten- 
luxns, wozu nun noch die Sammlungen aus der äquatorialen Zone kommen. Weiter 
oben im Marosgefilde liegt, von hübschem Park umgrünt, das Schloß von Gernyeßeg 
im Barockstil des XVIII. Jahrhunderts, wie eine kleine Wiederholung des Gödöllöer 
Schlosses. Es ist zu Ende des XVIII. Jahrhunderts durch den Kronhüter Grafen Josef 
Teleki erbaut. In der Gruft bei der Gernyeßeger Kirche ruht der berühmte Michael Teleki. 
Die Berghöhe Bongor bei Gernyeßeg bietet eine malerische Aussicht. Am rechten 
Marosufer erblickt man die Dörfer Vajda-Szent-Jväny, Abasäja und Bereßtelke 
mit ihren Herrensitzen. Die Reihe schließt mit den weißen Häusern der Stadt Sächsisch- 
Regen, während im Gefilde nach Säromberke und Gernyeßeg noch Körtvttyfäja, 
Birk (Petele) und Etschdorf (Radnotfäja) folgen, den Hintergrund aber das Görgenyer 
Vorgebirge und die Bergkette des rechten Marosufers schließen. Während das bei 
Körtvelyfaja einmündende Thal, mit den Dörfern Magyar-Peterlaka und Oläh- 
Telek, nach Klima und Pflanzenwnchs noch dem mittleren Siebenbürgen angehört, ist 
das benachbarte Thal des Bölkenyer Baches, das sich bei dem Sachsendorfe Birk (Petele) 
auf den Maros öffnet, schon rauher, läßt keine Trauben mehr reifen und hat sogar seine 
Ernte später. Weiterhin bei Etschdorf ist das Thal des in den Maros mündenden 
Görgenyflusses schon ganz alpin. 
Der commercielle Hauptort dieser Gegend ist Sächsisch-Regen (Szäß-Mgen). 
Es liegt lang hingestreckt auf einer Höhe des rechten Marosnfers und besteht aus einem 
großen Platz mit mehreren Nebengassen. Unten ani Maros liegt die Promenade, mit 
schönen alten Bäumen. Hier ist die östliche Grenze der Rebe. Die Einwohnerzahl über 
steigt 6000; Sachsen, Magyaren und Rumänen in ziemlich gleicher Stärke. Die sächsische
	        
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